WoMo-Stellplätze elektronisch finden

Was Wohnmobilstellplätze betrifft, sind die Geschmäcker ja recht verschieden. Manche Zeitgenossen sind schon glücklich, wenn der Platz kostenlos ist. Andere Wohnmobilisten legen Wert auf eine schöne, naturnahe oder auch ortszentrumsnahe Lage. Wieder andere möchten nicht auf Campingplatzatmosphäre verzichten oder zumindest nicht auf ein Sanitärgebäude, an das sie sich zugunsten kurzer Wege möglichst nah dranstellen. Und dann gibt es noch die Puristen, die versuchen, sogenannte Freistehplätze außerhalb offizieller Anlagen zu finden, die oft besonders attraktiv gelegen sind, aber eine gewisse Autarkie des WoMos erfordern. Es gibt kein Richtig oder Falsch. Die Stellplatzwahl ist eben Geschmackssache.

Was wir bevorzugen?

Als ich 1980 das wohnmobile Reisen entdeckte und zum Hobby auserkor, da gab es in Deutschland und den meisten anderen Ländern Europas noch so gut wie keine ausgewiesenen WoMo-Stellplätze. Es gab ja auch kaum Wohnmobile. 🙂 Wer nicht freistehen wollte, war auf einen Campingplatz angewiesen wie die Caravangespanne auch. Auf Globetrottertour wollte man sich jedoch nicht in einen überfüllten Campingplatz pferchen lassen. Wenn es nicht verboten war, wählten wir deshalb meist wunderschöne Übernachtungsplätze an Flüssen, an Seen, am Meer und auch mal auf zentralen Marktplätzen mitten in einer Stadt.

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Paradiesisch!

Das Freistehen ist inzwischen viel schwieriger geworden, denn Wohnmobilreisen sind kein exotisches Hobby mehr, sondern eine Massenbewegung. Wohnmobile gehören zum Straßenbild. Das zog im Laufe der Zeit verständlicherweise immer mehr Einschränkungen und Verbote nach sich. Undenkbar, heute noch fünf Urlaubswochen wie im Paradies freistehend an einem griechischen oder spanischen Mittelmeerstrand zu verbringen! Gut, dass wir das vor allem zwischen 1980 und 2000 ausgiebig genießen konnten, sogar an der Costa del Sol in San Pedro de Alcantara bei Marbella. Aber auch skandinavische Länder waren diesbezüglich paradiesisch und sind es teilweise heute noch.

Solche Plätze sprechen uns beispielsweise an:

Wir sind älter und ängstlicher geworden und bevorzugen mittlerweile in der Regel offizielle Stellplätze, die möglichst viele der folgenden Kriterien erfüllen:

  • naturbelassen oder schön angelegt, viel Grün, also optisch gefällig
  • nicht zu eng gestellt, lieber parzelliert
  • mit attraktiver Aussicht, bzw. Blick in die Weite
  • möglichst Lage am Wasser
  • gute Lage zum Ort
  • Gastronomie in der Nähe
  • ÖPNV-Anbindung, Radwege
  • keine baulichen Anlagen wie auf Campingplätzen, aber beleuchtet
  • V/E muss nicht jeder Platz haben, da man ja allenfalls ein paar Tage bleibt und danach eine V/E-Station anfahren kann.
  • Für längere Urlaubsaufenthalte an einem Ort (über 1 Woche) nutzen wir nach obigen Kriterien ausgewählte Campingplätze ohne zuviel Trubel.
  • Unsere Stellfläche wählen wir möglichst weit entfernt von der V/E, von evtl. Sanitärhäusern und sonstigen Gebäuden.
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Campingplatz am Geirangerfjord

Natürlich gelingt es längst nicht immer, optimale Stellplätze zu finden. Dann wird eben nur übernachtet, und wir fahren am Morgen weiter.

Welche Stellplatz-App?

Ein  Stellplatzführer kann die erfolgreiche Stellplatzsuche erleichtern. Während in den 80er Jahren ein weitgehend autarkes Wohnmobil Voraussetzung für das Stehen außerhalb von Campingplätzen war, ist heute eher ein guter Stellplatzführer unentbehrlich, wenn man ohne große Mühe ein Plätzchen für die Nacht finden will. Seit vielen Jahren verwende ich nur noch elektronische Systeme, also Apps auf iPhone oder iPad.

Zahlreiche kostenlose und kostenpflichtige Stellplatz-Apps habe ich im Laufe der Jahre vergleichend ausprobiert. Mein Favorit, zumindest für Deutschland, ist eindeutig die Promobil-App „STELLPLATZ Radar PLUS„. Das kostenlose Pendant unterscheidet sich nur unwesentlich von der Plus-Version und heißt „STELLPLATZ Radar“ (früher: „mobil life“).

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„STELLPLATZ Radar (PLUS)“ (vormals „Mobil Life +“) von Promobil

Vor einiger Zeit stieß ich zufällig auf ein (für mich) neues Stellplatz-Portal, das mir einen recht guten Eindruck machte: www.Womo-Stellplatz.eu. Dazu gibt es eine kostenlose Smartphone-App für alle Systeme, die übersichtlich und intuitiv zu bedienen ist, was man längst nicht von allen Stellplatzapps behaupten kann. Momentan steht die App „WoMo Stellplatz Free“ bei mir an zweiter Stelle nach „mobil life+„. Beide Apps mit direkter Datenübernahme in die Navi-App! Einfach mal ausprobieren!

Inzwischen habe ich mich für den Kauf der Pro-Version „WoMo Stellplatz Pro“ entschieden, die für einmalig 5,99 € ohne Werbung auskommt und einen größeren Leistungsumfang verspricht. Nach eingehender Erprobung werde ich berichten.

 

Aller guten Dinge sind drei: www.meinwomo.net ist vielleicht das umfangreichste Stellplatzportal für Europa, doch funktioniert es nicht ganz kostenlos und erfordert ein Login.image

Ach ja, da fällt mir noch ein Portal ein: Ab und zu hat mir auch schon www.mobilisten.de weitergeholfen und Stellplätze ausfindig gemacht, die bei den drei anderen Apps/Portalen nicht verzeichnet waren.

Mit welchem System der Wohnmobilist am besten zurecht kommt, muss er durch ausprobieren und vergleichen selbst herausfinden. Meine erfahrungsbezogene ganz persönliche Rangfolge ist:

  1. „STELLPLATZ Radar“ (kostenlos) und „STELLPLATZ Radar PLUS“
  2. „WoMo Stellplatz Free“ (kostenlos) und „WoMo Stellplatz Pro“
  3. „Mobilisten.de“ (kostenlos)
  4. „meinwomo.net“.

Damit finden wir eigentlich immer einen passablen Wohnmobilstellplatz oder auch Campingplatz. Dabei kommt es uns wesentlich auf das Ambiente an und nicht auf die Sanitärausstattung, die wir ohnehin nicht nutzen. Uns genügen ein Wasserhahn und ein Bodeneinlass. Hauptsache Platz und Umgebung sind gefällig!

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