(Wohn-) Mobil im Winter

In unserem Verwandten- und Bekanntenkreis gibt es nicht wenige Besitzer von Cabrios oder Wohnmobilen, die gar nicht verstehen können, dass wir solche Fahrzeuge ganzjährig angemeldet lassen und stets fahrbereit halten. „Wir haben Saisonkennzeichen und sparen eine Menge Geld“, heißt es.  —

Wie schon im Beitrag  „Kein Winterschlaf für’s WoMo“  ausgeführt, denken wir immer schon etwas anders.  Wegen der paar Euro Ersparnis möchten wir nicht auf den zweiten Pkw verzichten und auch nicht auf Wintertouren mit dem Wohnmobil. Man gönnt sich ja sonst nichts. 😉 Also werden die Fahrzeuge nicht für ein paar Monate winterfest eingemottet, sondern normal genutzt.

Mein Volvo C70 Cabriocoupé ist unser „Hauptauto“. Es wird benutzt, wenn wir gemeinsam wegfahren oder wenn ich allein Erledigungen mache. Den Polo verwendet fast ausschließlich Ute für Einkaufsfahrten, Fahrten zum und für den ARV usw. Er ist als Fünftürer ein idealer Lademeister und praktisch bei Personenbeförderung. Oft haben wir gleichzeitig etwas vor. Dann ist ein zweiter Pkw sehr von Vorteil. Also waren Saisonkennzeichen für uns nie ein Thema, zumal der Volvo mit festem Klappdach bei jedem Wetter ein vollwertiger Pkw ist.

Wie man weiß, gilt das auch für unser WoMo, das kein Einwintern im Herbst und im Frühling kein Wiederfahrbereitmachen nach der Winterpause kennt. Wir sind jederzeit startklar. Das WoMo befindet sich ganzjährig im gleichen Betriebszustand. Beim Abstellen daheim wird es im Winter lediglich an Landstrom angeschlossen. So ist über Thermostat und el. 230V-Heizpatrone (Alde-Heizung) der Frostschutz gewährleistet. Der Frischwassertank wird nicht entleert, sondern voll aufgefüllt und per Silberionen konserviert.

Gleichzeitig werden die Batterien durch den Landstromanschluss in optimalem Ladezustand erhalten. Sobald wieder genügend Solarenergie verfügbar ist, wird automatisch die Solarladung priorisiert, und die 230V-Lader stellen die Arbeit ein. Wenn kein Frost mehr zu befürchten ist, schalte ich die Landstromversorgung ganz ab. Es ist also keine große Sache, das WoMo ganzjährig einsatzbereit zu halten. Im Gegenteil: Das „Einmotten“ im Herbst entfällt ebenso wie das Wiederherstellen der Betriebsbereitschaft im Frühjahr.

Besonderheiten beim Winterbetrieb

Ein paar Dinge sollte man aber schon beachten, wenn man im Winter mit dem WoMo verreisen, dabei autark bleiben und wie wir nur die eigene Infrastruktur benutzen möchte. Das bedeutet, dass wir etwa einmal pro Woche ver- und entsorgen können müssen. Da viele Wasserzapfstellen bei Frostgefahr stillgelegt sind, ist das oft gar nicht so einfach. Man sollte deshalb wissen, wo man auch im Winter Wasser tanken (und ablassen) kann.

Auch die Gasversorgung kann zum Problem werden, wenn z. B. örtlich keine Aluflaschen getauscht werden. Im Winter fahren wir deshalb mit gemischter Bestückung: ein oder zwei Alugasflaschen + eine Stahlflasche (alle 11 kg). Das Mehrgewicht wird durch den im Winter fehlenden Fahrradträger (und die eBikes) mehrfach ausgeglichen.

Da der Solarertrag um die Jahreswende, also im Dezember und Januar, gegen Null tendiert, (vor allem, wenn Schnee auf den Modulen liegt) verzichten wir nicht auf einen Außen-Stromanschluss, wenn wir mehrere Tage stehen bleiben.

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Isolierender Frontrollladen

Unsere weiteren Voraussetzungen für das WoMo als Wohlfühlbehausung im Winter:

  • gute Isolierung der Kabine, bei uns 35mm Alu-Sandwich,
  • Kenntnis kritischer Kältebrücken, bei uns Frontscheibe und Fußraum unter Armaturenbrett, Behebung durch zusätzliche Maßnahmen, bei uns Frontrollladen (Serie) schließen und bei Bedarf unterm Armaturenbrett anknöpfbare Isoliermatten anbringen, weitere Matten auf dem Fahrerhausboden isolieren ganzjährig, (mehr dazu hier),
  • zusätzlicher Ventilator gegen Frontscheibenbeschlag im Stand,
  • Fahrerhaus-Klimaanlage zur Entfeuchtung während der Fahrt,
  • wirksame Heizung, bei uns Alde Comfort Warmwasserzentralheizung + Webasto Gebläsezusatzheizng + Fußbodenheizung Paroli an der Sitzgruppe,
  • frostgeschützte Tanks und Wasserinstallationen,
  • WC-Kapazität für mind. eine Woche,
  • Schneeräum-Gerätschaft für Befreiung des Dachs vom Schnee und Räumung ums WoMo herum,
  • Anfahrhilfen bei Glätte,
  • gute Reifen für winterliche Straßenverhältnisse, bei uns Gamzjahresreifen Conti Vanco Four Seasons, mit denen ich sehr zufrieden bin,
  • Scheibenfrostschutzzusatz und Enteisungsspray,
  • angemessene Kleidung und Schuhe sowie Trocknungsmöglichkeit, bei uns die Dusche mit Kleiderstange.

FAZIT: Wenn man sich gut rüstet und Vorstehendes berücksichtigt, ist das wohnmobile Reisen im Winter kein Problem. Schon gar nicht, wenn man für längeren Aufenthalt einen Campingplatz wie den Campingpark Oberammergau wählt, der über eine winterfeste V/E-Station verfügt, die wir einmal pro Woche anfahren.

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Campingpark Oberammergau, Januar 2017

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