Kondenswasserprobleme?

Mit Verwunderung habe ich heute im neuen Promobil-Heft als Rat an einen anfragenden Wohnmobilisten gelesen, dass sinngemäß beim Beheizen des Mobils zum Zwecke des Frostschutzes zwangsläufig Kondenswasser entstehe, das zu Schimmel führen könne. Ich denke, das kann man nicht so pauschal und undifferenziert sagen. Wie an anderer Stelle beschrieben, gewährleiste ich den Frostschutz bei unserem WoMo seit 20 Jahren über die 230V-Heizpatrone der ALDE-Heizung. Noch nie ist dabei irgendwo in der Kabine Kondenswasser aufgetreten. Nicht einmal die Frontscheibe beschlägt, sofern der Rollladen geschlossen ist.

Allerdings ist das Heizungsthermostat auf 5°, max. 10°C eingestellt, um die Differenz zur Außentemperatur möglichst gering zu halten. Ein Übriges bewirkt die gute Isolierung der Kabine. Das Hygrometer beweist sogar, dass die Feuchtigkeit der Luft im WoMo eher zu niedrig ist.

Kondenswasser haben wir nur in Form einer beschlagenen Frontscheibe, wenn wir bei bewohntem und beheiztem Wohnraum im Winter den Frontscheibenrollladen öffnen oder offen lassen. Klar, denn die unisolierte Scheibe ist eiskalt! Ein Problem stellt aber auch das nicht dar. Ein oder zwei kleine, leise USB-Ventilatoren beseitigen den Beschlag in kurzer Zeit, und wir haben wieder freie Sicht (Titelfoto: Rollladen und USB-Ventilator).

Ich meine, der Promobil-Rat müsste präzisiert werden. Vielleicht so:

Wer sein WoMo im Winter nicht außer Betrieb setzen und „einmotten“ möchte, sollte für eine gleichmäßige, thermostatisch geregelte, nicht zu hohe Frostschutzbeheizung sorgen, um das Wassersystem zu schützen und das Auto stets abfahrbereit zu halten. Kältebrücken möglichst vermeiden, denn dort bildet sich u. U. Kondenswasser! Alle paar Tage kontrollieren und evtl. lüften, vor allem bei starkem Frost, kann nicht schaden. Ein Ausbau der Batterien ist ebenso unnötig (wie das Entleeren des Frischwassertanks), wenn das puffernde Ladegerät (mit passender Kennlinie) eingeschaltet bleibt. Das verlängert zudem die Batterielebensdauer (Nicht bei LiFePO4!).

So handhaben jedenfalls wir das!

Übrigens: Die so behandelten Originalbatterien (Blei/Säure) wechselte ich nach rund 14 Jahren in noch betriebsfähigem Zustand. Ich wollte unbedingt AGM-Akkus. Seither verwende ich eine 243 Ah AGM Wohnraum-Batterie, die ebenfalls bislang nicht schwächelt. Bleibatterien wollen möglichst oft voll geladen sein (im Gegensatz zu LiFePO4). Eine ständige Pufferung durch ein hochwertiges Ladegerät mit der richtigen Ladekurve tut ihnen deshalb gut.

Also keine Angst vor „aktiver“ Überwinterung! Der Aufwand ist gering! Ein 230V-Anschluss sollte allerdings vorhanden sein.

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