Umrüstung auf LiFePO4?

Angeregt durch André Bonsch (AMUMOT) trage ich mich, wie andere Wohnmobilisten auch, seit längerem mit dem Gedanken, auf Lithium-Batterietechnik umzurüsten. Obwohl meine 243 Ah AGM-Batterie noch einwandfrei arbeitet, reizen mich doch die vielen Vorzüge der LiFePO4-Versorgungsbatterien. André Bonsch hat sie in seinem Blog und auf einer »Ratgeber«-Seite überzeugend beschrieben. Man kann die erforderlichen Komponenten auch über seinen Shop beziehen. Er und zahlreiche andere Nutzer, die ständig im WoMo leben, bzw. im Süden damit überwintern, sind des Lobes voll und berichten ausschließlich von positiven Erfahrungen mit LiFePO4.

Eigentlich wollte ich im Frühjahr 2017 ebenfalls von André Bonsch umrüsten und gleichzeitig das im Herbst demontierte Solarmodul wieder ergänzen lassen, aber er ließ wissen, dass er 2017 nicht nach Deutschland zurückkehrt. Also muss ich nach Alternativen suchen.

Bezüglich LiPo ist mir eine All-In-One-Lösung des dänischen Herstellers Clayton wieder in den Kopf gekommen, über die ich im August 2016 mal berichtet hatte und die André in seinem Artikel nicht erwähnt. Diese »Lithium Power Supply«, kurz LPS, die in Deutschland (und europaweit) von der LEAB Automotive GmbH* an Wiederverkäufer wie z. Zt. z. B. REIMO, MOVERA oder Campingshop WAGNER vertrieben wird, würde es mir vielleicht ermöglichen, die Umrüstung selbst vorzunehmen.

Besonders geeignet erscheint mir die LPS-Box als Komplettsystem für Campingbusse.

Werbefilme von REIMO und Hersteller CLAYTON Power:

Vorteile des Systems für mich: Alles in einem Gehäuse, somit kein Verkabelungsaufwand zwischen den einzelnen Komponenten. Es müssen nur 230V- und 12V-Bordnetz sowie Solaranlage angesteckt werden. Die LPS lässt sich bei Bedarf leicht abstöpseln und austauschen oder extern wie ein kleiner Generator nutzen. Platzsparend, komplett, kaum Fehlerquellen durch den geringen Installationsaufwand. Ersparnis der Montagekosten. Würde in den abgesenkten Batteriekasten an Stelle der AGM-Batterie (70 kg) passen und wiegt mit allen Komponenten nicht einmal die Hälfte (28 kg). Als Option kann man laut LEAB über die LPS notfalls den Fahrzeugmotor starten.

Nachteile des LPS-Systems für mich: Die meisten meiner jetzt verbauten Komponenten würden überflüssig (Batterie, 230V-Ladegeräte, Batteriecomputer, Anzeigegeräte, Netzvorrangschalter, Batterie-IQ, Wechselrichter), da bereits im LPS integriert. Die LPS-Batteriekapazität beträgt nur 100 Ah.

Allerdings wird die Mehrzahl der Wohnmobile mit Bleibatterien mit um die 100 Ah Kapazität ausgeliefert, was einer nutzbaren Kapazität von 30 bis allerhöchstens 50 Ah entspricht. Mit einer 100 Ah LiFePO4 würde sich die serienmäßige Batteriekapazität etwa verdoppeln, denn es entsprechen 100 Ah bei LiFePO4 etwa 200 Ah bei Bleibatterien. Zudem ließe sich bei Bedarf die Batteriekapazität durch Andocken einer externen 100 Ah LEAB LiPo-Batterie erweitern. Für diese Option müsste laut LEAB lediglich bereits im Werk der spätere Anschluss vorgesehen werden.

Ich würde es dennoch erst einmal ohne zweite LiPo versuchen, denn bei meiner jetzigen AGM-Batterie zeigt der Batteriecomputer von HELLA am Ende des Tages seltenst weniger als 70% Batteriekapazität an. Das entspricht etwa entnommenen 73 Ah. Meist zeigt das HELLA IBS jedoch Ladezustandswerte zwischen 90 und 100 %. Da von den 100 Ah der LiFePO4 mindestens 80 Ah nutzbar wären, würde ich mich sogar geringfügig verbessern, was die nutzbare Kapazität betrifft, ganz abgesehen von den sonstigen Vorzügen der LPS.

Es gibt übrigens als Option eine LPS Fernanzeige (Titelfoto/Quelle: LEAB), mit der man das System auch ein- und ausschalten kann. Sie dient zur Überwachung der Lithiumbatterie. Es werden Prozent, Zeit, Lade- und Entladestrom sowie auch die mögliche Nutzungsdauer angegeben. Die Fernanzeige für die Lithium Power Supply Box (LPS) ist aus Kunststoff und hat ein Farbdisplay.

Vieles spricht also für das LPS-System, außer dem stattlichen Preis. Fairerweise muss man aber zugeben, dass der Preis sich relativieren würde, besäße ich nicht bereits die meisten Einzelkomponenten. Vielleicht kann ich die nicht mehr benötigten Komponenten veräußern. Zudem würden Installationskosten gespart, wenn ich die Umrüstung selbst vornehmen könnte.

Ich werde wohl noch ein paar Mal drüber schlafen müssen, ob das LPS-System von LEAB tatsächlich eine akzeptable Alternative zur einzelnen Victron LiFePO4-Batterie mit separatem Batteriemanagementsystem und Lade-Booster unter Beibehaltung der vorhandenen Komponenten danstellt. Momentan erscheint es mir so, auch wenn einige der „alten“ Teile wie Ladegeräte, Wechselrichter, Netzvorrangschalter und Anzeigegeräte übrig bleiben würden.

Bezüglich meiner Solaranlage warte ich jetzt mal noch ab. Sollte ich die LPS installieren, möchte ich erst testen, ob das System über die vorhandene 390 Wp Solaranlage ausreichend geladen wird. Das eine fehlende Modul kann ich dann immer noch installieren lassen, z. B. auch für einen höheren Ertrag im Winter. Mehr als 490 Wp haben allerdings nicht auf dem Dach Platz.


*) Lieferant und Spezialisten für mobile Stromversorgungssysteme unter anderem für Feuerwehren, Rettungsdienste, Polizei, Unternehmen oder das Militär.

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