Lithium Power Supply (LPS)

Sobald das Wetter und die Außentemperaturen etwas frühlingshafter werden, möchte ich an die Perfektionierung und gleichzeitige Vereinfachung des Stromversorgungssystems im WoMo gehen. Wie schon mehrfach berichtet, habe ich mich in der letzten Zeit intensiv mit dem Komplettsystem Lithium Power Supply (LPS) von LEAB, bzw. Clayton, beschäftigt, um zu erfahren, was mich erwartet, wenn ich die LPS-Box anstelle der jetzigen AGM-Batterie einsetze.

Weil André Bonsch von AMUMOT heuer nicht von seiner Überwinterungsreise aus Portugal zurückkehren möchte, befasse ich mich wohl oder übel mit der Überlegung, die schon länger geplante Umrüstung auf LiPo weitgehend selbst vorzunehmen. Da kommt mir natürlich ein relativ einfach zu installierendes All-in-One-System wie die LPS des dänischen Herstellers Clayton sehr entgegen.

Das Besondere an der Lithium Power Supply (Quelle: LEAB):

Sämtliche für die Stromversorgung des WoMos relevanten Komponenten sind in einem Gerät integriert. So übernimmt die LPS sehr viele Funktionen, die derzeit üblicherweise (auch bei meinem WoMo) noch von separaten Einzelkomponenten ausgeführt werden. Die LPS versorgt über ihre integrierte Hochleistungs-Lithium-Ionen-Batterie (LiFePO4 100Ah) und den integrierten 1500W-Wechselrichter gleichzeitig 230V- und 12V-Verbraucher. Der leistungsstarke, ebenfalls integrierte DC-DC-Booster (45A) lädt die LPS automatisch, wenn der Fahrzeugmotor läuft. Bei eingestecktem 230-V-Netzanschluss wird die LPS über das integrierte Ladegerät (50A) in kurzer Zeit nachgeladen. Die angeschlossenen 230V-Verbraucher werden dabei selbsttätig vom Netz versorgt (integrierte Netzvorrangschaltung). Solarzellen (in meinem Fall mit 390-490 Wp) oder andere alternative Energiequellen wie Windgeneratoren oder Brennstoffzellen können mit geeigneten Ladereglern für LiFePO4 (bei mir bereits vorhanden) angeschlossen werden und zum Energieeintrag beitragen. Schwache und entladene Starterbatterien können mit der Notstartoption sinnvoll unterstützt werden. Eine weitere Option ist für mich wichtig, da die LPS verdeckt eingebaut würde: die Fernanzeige der Betriebszustände mit EIN/AUS-Funktion.img_3469

 

WICHTIG! Auch Absicherung und Personenschutz sind vorschriftsmäßig integriert:

Die LPS ist laut LEAB ein Gerät der Schutzklasse I. Absicherung und Personenschutz, auch für angeschlossene Niederspannungsverbraucher, erfolgt über einen eingebauten Personenschutzschalter RCBO 10 A / 30 mA sowie zwei Leitungsschutzschalter jeweils für die beiden 230V-Ausgänge. Eine Schukosteckdose an der Gerätevorderseite sowie ein Steckverbinder Neutrik PowerCon an der Rückseite stehen hierfür zur Verfügung. Die 230V-Ausgänge werden bei Netzeinspeisung und bei Wechselrichterbetrieb versorgt. Die verwendete Netzform ist ein TN-S-Netz. 12V-Ein- und Ausgang sind über Schmelzsicherungen an der Geräterückwand abgesichert. 12V- Verbraucher lassen sich über einen Anderson SB50 Steckverbinder auf der Geräte-Rückseite anschließen. Die Steckverbindungen sind gegen Losrütteln im Fahrbetrieb gesichert.

Konzeptioneller Vorteil der Integration in einem kompakten Gehäuse:

Optimale Abstimmung der Komponenten aufeinander, kurze Kabelwege, integrierte vorschriftsmäßige Absicherung, bei Bedarf auch als tragbare, mobile Stromversorgung einsetzbar („Grüner Generator“).

 

Der Lieferumfang beträgt:

  • LPS (Lithium Power Supply)
  • Ausführliches deutsches Handbuch
  • Netzkabel Schuko – Neutrik PowerCon A zur Einspeisung
  • Neutrik PowerCon Kupplung Typ B (grau)
  • Kontakte zu Anderson-Stecker SB50
  • D-SUB-Datenadapter mit Schraubleiste
  • 4x M3 zur Befestigung der Anderson-Stecker
  • Neutrik PowerCon Kupplung Typ A (blau)
  • Anderson SB50 Stecker grau
  • Anderson SB50 Stecker rot

IMG_3467.PNG

Die All-in-One-Stromversorgung Lithium Power Supply, kurz LPS, ist eine von Clayton Power in Dänemark entwickelte und von LEAB Automotive europaweit vertriebene Kompakteinheit zur mobilen Stromversorgung.

 

Wie hoch wird der Installationsaufwand sein?

Diese Anschlüsse per Spezialstecker sind erforderlich (zur Vereinfachung gibt es optional ein Anschluss-Set):

  • 12 VDC Eingang*: Lichtmaschine/Starterbatterie über Sicherung 80 A
  • 12 VDC Ausgang: 12V-Bordnetz** (Verbraucher) und Solarladeregler
  • 230 VAC Eingang: 230V-Außeneinspeisung (Landstrom)
  • 230 VAC Ausgänge***: 230V-Bordnetz (Steckdosen und Verbraucher)

*) mit integriertem Ladebooster. – **) Der richtige Anschlusspunkt am Elektroblock meines FlairLIFE wird zur Zeit mit EBL-Hersteller CBE geklärt. – ***) mit Netzvorrangschaltung!

Hinzu kommen evtl. noch der Anschluss der Fernanzeige und der der Notstartoption bei schwacher Starterbatterie sowie später evtl. eine zweite LEAB 100Ah LiFePO4, falls die Kapazität der LPS nicht ausreichen sollte.

Jetzt muss nur noch der Frühling kommen, damit ich erproben kann, ob die Werbeversprechen des Herstellers auch zutreffen. Die Konzeption ist intelligent. Die Qualität des Produkts passt hoffentlich dazu. Ich werde wieder berichten.

 


Optionen:


img_3469LPS Fernanzeige

Ein- und Ausschalten der LPS
– Aktuelle Zustandsanzeige
(Ladung, Entladung, Ladezustand, Restlaufzeit, Strom, Spannung)


img_3470LPS Notstart – Ladeverteiler CDR 200/40, 40A, LED-Funktionsanzeige, mit D-SUB Stecker

Mithilfe dieser Notstart-Funktion lässt sich eine entladene Starterbatterie durch die LPS beim Start unterstützen. Es wird für 5 Minuten ein Ladestrom von 50A am Eingang der LPS zur Verfügung gestellt. Danach lässt sich das Fahrzeug wieder wie gewohnt starten.


img_3471Batteriekapazitätserweiterung:

Die Lithium-Zusatzbatterien von LEAB haben wie die LPS wahlweise eine Spannung von 12V oder 24V. Die Kapazität einer Batterie beträgt 100Ah, es können mehrere Batterien zur Kapazitätserhöhung miteinander verbunden werden. Das innovative Batterie-Management-System erlaubt jederzeit eine vollständige Kontrolle über jede einzelne Zelle. Die Zusatzbatterien können die LPS-Batterie-Kapazität erweitern.

Eine weitere Möglichkeit der Batteriekapazitätserweiterung stellt der Anschluss einer kompletten zweiten LPS dar, was gar nicht so viel teurer kommt, als die o. g. Zusatzbatterie zu verwenden. Hinzu kommt der Vorteil der Redundanz (s. hierzu weiter unten den Kommentar von Harald!).


Das schrieb ein österreichischer Wohnmobilist in seiner Rezension bei Campingshop Wagner vor vier Monaten:

Sensationelles Produkt! Verstehe überhaupt nicht, dass diese Power Station nicht schon längst Serienmäßig in Wohnmobile eingebaut wird.Es ersetzt in meinem umgebauten Kastenwagen zur Gänze die Gas-Anlage. Ich betreibe einen Kompressor-Kühlschrank,Elektro Boiler und einen Induktionsherd. Für einen Tag reicht die Kapazität der Lithium Batterie ganz locker.Der Einbau ist tatsächlich Kinderleicht, und es kann alles was es können muss zum Beispiel, so bald man mittels der Außensteckdose 220V einspeist werden sofort alle mit 220V betriebenen Geräte automatisch vom Netz versorgt, lediglich die 12 Volt Geräte werden von der LPS betrieben aber gleichzeitig wird die Batterie vom Netz geladen.Möchte mann all diese Dinge samt Gas Anlage und elektrische Komponenten wie Ladebooster,usw einbauen würde es mit Sicherheit teurer und wesentlich aufwendiger sein.“

4 Gedanken zu “Lithium Power Supply (LPS)

  1. Ich habe eine LPS seit 1,5 Jahren im Wohnmobileinsatz.
    Die Anlage wurde durch eine zweite LPS erweitert, welche mir mehr Kapazität verschafft und durch einfachen Anschluss am 12V Ausgang sich mit der ersten LPS Ladungstechnisch synchronisiert.
    Ausserdem wird beim Laden nur an der ersten (Haupt-)LPS der Ladezyklus hochgezählt, die zweite LPS zählt nicht hoch, so das theoretisch nach 2000 oder 3000 Ladezyklen durch Austausch der ersten LPS mit der zweiten die Lebensdauer verdoppelt werden kann. Nicht zu vergessen das durch die zweite LPS eine 100% Redundanz gegeben ist, welche mich vor Ausfallüberraschungen (hoffentlich) verschont. Nicht nur wie in diesem Falle würde ich bei jeder anderen LiFePo-Lösung auf eine solche „Redundanz“ achten.
    Allerdings musste Ich die neue LPS nach einigen Wochen austauschen lassen, weil sich ein Displayfehler bemerkbar machte. Dies sowie die gesamte Betreuung vom LEAB – Team in Schleswig-Holstein in allen Fragen ist vorbildlich gewesen.
    Fazit abschliessend : Ich kann diese Lösung sowie die Firma Leab durchaus weiterempfehlen.

    1. Danke, Harald, für die Infos aus einschlägiger Erfahrung mit einem nicht alltäglichen Bordstromversorgungssystem!
      Was mit „Redundanz“ gemeint ist, erklärt Wikipedia so:
      „Redundanz (von lateinisch redundare, überlaufen, sich reichlich ergießen) ist das zusätzliche Vorhandensein funktional gleicher oder vergleichbarer Ressourcen eines technischen Systems, wenn diese bei einem störungsfreien Betrieb im Normalfall nicht benötigt werden. Ressourcen können z. B. redundante Informationen, Motoren, Baugruppen, komplette Geräte, Steuerleitungen und Leistungsreserven sein. In der Regel dienen diese zusätzlichen Ressourcen zur Erhöhung der Ausfall-, Funktions- und Betriebssicherheit.“
      Das sei vorsorglich für Nichtlateiner angemerkt.🧐

      Man könnte es auch so ausdrücken: Deine wohnmobile Ausstattung in Sachen Bordstromversorgung ist mit der eines Flugzeuges vergleichbar. Das System ist sicherheitshalber doppelt vorhanden. Sei es, dass die 100 Ah des Primärsystems nicht ausreichen, sei es dass das Primärsystem ausfällt, das redundante System verhindert Stromausfall. Dabei sollte nicht unerwähnt bleiben, dass sich diese Redundanz bei der LPS nicht nur auf die Batterie, sondern auf alle integrierten Komponenten bezieht, also z. B. auch auf Ladegerät und Wechselrichter.

      Wann folgt die Redundanz bei weiteren Systemen im Wohnmobil? 🤔 Potential wäre schon da: z. B. eine zweite WC-Kassette, ein Satelliten- und ein terrestrisches TV-System … oder gleich ein komplettes zweites Wohnmobil. … Nein, Schluss! Jetzt werde ich albern.
      Werner

  2. Ich habe vor einem Jahr eine solche Anlage einbauen lassen. Da der Händler in Laufenburg D, keine Ahnung hatte brauchte der Monteur 2 Tage für den Einbau in meinem Hymer. Nach dem Einbau musste ein Händler in der Schweiz die Spannung auf 12 Volt reduzieren, da sonst die Elektronik im Hymer funkte.
    In diesem Jahr der Ausfall des Hochspannungsteil und dies in Sizilien. In Italien kein Service und so musste ich 12 Tage auf den Ersatz in Palermo warten.
    Ich hätte diese Anlage nie gekauft wenn ich gewusst hätte dass kein Servicenetz
    in Europa vorhanden ist. Der Verkäufer für Leab in der Schweiz macht Reparaturen nur, wenn die Anlage in der Schweiz gekauft wurde, ansonsten verrechnet er pro Stunde über Fr. 120.– für jede Dienstleistung. Dies finde ich nicht in Ordnung da
    in anderen Branchen die 2 jährige Garantiezeit in Europa angewendet wird und die
    Anlage ja nicht ganz billig ist. Der Händler in der Schweiz hat mir auch gesagt, dass sie mit diesen Anlage schon mehrfach Probleme hatten.
    Fazit : Behalt die Original Batterien, habt dafür auch keine Ausfälle und ihr könnt über Fr. 3000.– sparen.

    1. Die Zufriedenheit des Kommentators Harald mit der LPS lässt in Ihrem Fall eher vermuten, dass die Installation nicht optimal war. Auf eine angeblich erforderliche Spannungsverringerung auf 12V, „da sonst die Elektronik im Hymer funkte“, kann man sich überhaupt keinen Reim machen. Fachgerechte Integration ins Bordnetz ist Voraussetzung für störungsfreie Funktion. Nicht nur bei LEAB!
      Setzen Sie sich wegen Ihres Problems doch mal direkt mit LEAB ins Benehmen! Vielleicht sind die 3000 Euro dann doch nicht zum Fenster hinausgeworfen.

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