Von Schlachtschüsseln und einem erloschenen Vulkan in der Oberpfalz

In der Oberpfalz bedeutet eine Portion „Schlachtschüssel“ traditionell einen Teller mit Blutwurst, Leberwurst und Bauchfleisch auf Sauerkraut, dazu Dotsch (Reiberdatschi oder Reibekuchen). Manche Wirte bieten zusätzlich auch anderes Fleisch von der Schlachtung an, z. B. Schweinekamm oder Ripperl. In der Regel gibt es dieses Essen einmal im Monat nach der Schlachtung. Am besten schmeckt es in Gasthäusern mit eigener Metzgerei.

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Nachdem wir kürzlich zum Schlachtschüsselessen in Hermannsreuth gewesen waren, wollte Ute gestern zum Vergleich die Schlachtschüssel beim „Zirlwirt“ in Erpetshof (gehört zur Stadt Vohenstrauß) probieren. Da die Schlachtschüsseltage (1. Dienstag im Monat) immer sehr gut besucht sind, fuhren wir schon um 11.00 Uhr los. Unterwegs hatten wir einen weiten Blick bis hinüber zum Parkstein, einem weithin sichtbaren Basaltkegel im Oberpfälzer Landkreis Neustadt an der Waldnaab. Er ist der südlichste erloschene Vulkan im Freistaat (Titelfoto). Am Fuße des Basaltkegels gibt es übrigens neben dem Gasthof Bergstüberl einen kostenlosen WoMo-Parkplatz mit weitem Blick über die Oberpfalz.

Als wir gegen 11.15 Uhr eintrafen, war der große Parkplatz vor dem Landgasthof Zirlwirt bereits fast voll. In der ebenso gefüllten Gaststube rückten ein paar städtische Angestellte in ihrer Mittagspause etwas zusammen, damit wir uns noch an deren Tisch quetschen konnten. Beachtlich, wie ein so einfaches Essen die Menschen anlockt!

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Wir wollten Geschmack, Portionsgröße und Preis subjektiv vergleichen und bestellten eine „normale“ Portion, d. h. Blut- und Leberwurst, Bauchfleisch, Sauerkraut und Dotsch. In Hermannsreuth kann man zwar nachfassen, aber man schafft auch dort allenfalls etwa diese Menge. So hatte ich dort eine Blutwurst, ein kleines Stück Fleisch (kein traditionelles Bauchfleisch), zwei Dotsch und Sauerkraut gegessen

Gestern verspeiste ich alles bis auf die Leberwurst, die wir mit nach Hause nahmen. Die „normale“ Schlachtschüssel machte also durchaus satt. Sie kostete 6,20 €

In Hermannsreuth waren 7,00 € für „All-you-can-eat“ berechnet worden. Wir schafften dort aber auch nicht mehr als gestern. Mitnehmen darf man bei „All-you-can-eat“ natürlich nichts. Für uns ist der Zirlwirt somit etwas günstiger.

Viel entscheidender als Menge und Preis sind aber letztlich Qualität und Geschmack. Und da hat der Zirlwirt eindeutig die Nase vorn, zumindest nach meinem subjektiven Geschmacksempfinden. Gründe:

  • Blutwurst lockerer, weniger trocken und besser gewürzt
  • Dotsch viel geschmackvoller und weicher, wahrscheinlich frischer
  • Bauchfleich (richtiges Kesselfleisch) zart und sehr lecker (dagegen überwiegend recht trockene Räucherfleischstücke in Hermannsreuth)
  • Leberwurst und Sauerkraut in beiden Gaststätten gleichwertig

Auch zügiger Service und oberpfälzer Ambiente sind in beiden Wirtshäusern recht ähnlich.

FAZIT: Vom Qualitätseindruck und vom Geschmack her, ist der Zirlwirt nach unserem Empfinden derzeit die bessere Empfehlung. Auch dürften die Kosten niedriger liegen als in Hermannsreuth, weil ein Normalesser gar nicht mehr schafft, als beim Zirlwirt auch ohne „All-you-can-eat“ auf den Teller kommt. Zu berücksichtigen ist außerdem, dass ein Besuch in Hermannsreuth von Neustadt aus insgesamt 20 Mehrkilometer gegenüber Erpetshof verursacht.

Übrigens besitzt der Landgasthof Zirlwirt an den übrigen Tagen auch eine sehr vielseitige Speisenkarte. Freitags gibt es ab Mittag warmen Leberkäs.

Wohnmobile fInden auf dem großen kostenlosen Parkplatz ausreichend Platz.

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