Batterie-Kurztest

Wenn der HELLA-Batteriecomputer nicht falsch anzeigt, dann hat meine AGM-Versorgungsbatterie im WoMo nach fünf Jahren schon deutlich an Leistungsfähigkeit verloren. Nach eineinhalbstündiger Dauerbelastung mit ca. 15 A und somit Entnahme von knapp 10% der Kapazität bricht die Spannung bei stärkerer Belastung deutlich unter 12 Volt ein. Das IBScontrol zeigt dann nur noch 75% Restkapazität an. Das ergab mein Kurztest. Aber der Reihe nach: 

Gestern ging es also an den Batterietest im WoMo. Eigentlich wollte ich ja die zehn Jahre alte Starterbatterie nach Anleitung von André Bonsch überprüfen, doch fehlte es mir an Zeit dafür, zumal man sehr schlecht an die Starterbatterie herankommt. Zudem hatte sie in Ruhe 12,9 Volt, und der Motor sprang gut an. Sie scheint also doch noch nicht am Ende zu sein.

In den zwei Stunden, die mir zur Verfügung standen, machte ich mich deshalb lieber an einen Kurztest der AGM-Versorgungsbatterie unter Zuhilfenahme des vorhandenen HELLA-Batteriecomputers IBScontrol.

Zunächst vergewisserte ich mich, dass die Batterie voll aufgeladen war. Vorsorglich hatte ich am Morgen mal wieder die Netzladegeräte eingeschaltet. Die Anzeige von 100% SOC (State Of Capacity) und 0,0 A Ladestrom bestätigten die Vollladung. Ich schaltete die Ladegeräte wieder aus. Um die Solaranlagen nicht abklemmen zu müssen, hatte ich für den Test den späten Nachmittag gewählt, als es schon so düster war, dass kein Ladestrom mehr vom Dach kam. Nach einiger Zeit pendelte sich die Batteriespannung bei etwa 12,9 Volt ein.

Nun benötigte ich einen Verbraucher, der die 243Ah-Batterie kontinuierlich mit etwa 12 A belastete. Ich wählte den Kühlschrank und betrieb ihn über den Wechselrichter mit 230 V auf höchster Thermostat-Stufe, damit er nicht abschaltete. Es wurden 144 W (230 V) und 14,5 bis 15,0 A (12,8 V) angezeigt. Das waren zwar etwas mehr als 12 A, aber diese Anordnung würde wohl gleichermaßen aufschlussreiche Erkenntnisse liefern.

Ich beobachtete immer wieder die angezeigten Werte, die nur geringfügig schwankten, und notierte sie erstmals nach einer Stunde. Da war die Spannung auf 12,6 Volt gefallen und die SOC-Anzeige stand bei 94%. Etwa 15 Ah waren bis zu diesem Zeitpunkt entnommen worden. Stromanzeige unverändert bei knapp 15 A.

Der Spannungseinbruch kam nach ziemlich genau 90 Minuten Laufzeit. Da fiel die Spannung unter 12 Volt ab und dann relativ rasch auf 11,8 V und weniger. Der Wechselrichter schaltete sich zwar noch nicht selbst ab, aber ich nahm gemäß der Anleitung von André Bonsch dennoch jetzt die Last von der Batterie, die daraufhin gleich wieder 12,8 V anzeigte. Die Kapazitätsanzeige SOC hatte kurz zuvor noch 92% angezeigt, war allerdings dann sprunghaft auf 75% gesunken. Und das nach Entnahme von nur etwa 22 Ah, was nicht einmal 10% der Batteriekapazität entspricht. Seltsamerweise steht die Batteriealterungsanzeige nach wie vor auf 0%, was auf einen Fehler am IBScontrol hinweisen könnte, denn nach fünf Jahren ist zweifellos ein Alterungseffekt da.

Entweder zeigt also der Batteriecomputer falsch an oder die Batterie schwächelt nach fünf Jahren doch schon spürbar. U. a. wegen des starken Spannungsabfalles vermute ich eher Letzteres, was nach fünf Jahren nicht total ungewöhnlich wäre. Das meint zumindest André Bonsch, der 5 – 7 Jahre Lebensdauer bei einer Bleibatterien für durchaus akzeptabel hält.

Das Ergebnis überrascht mich dennoch. Die vermeintlich schwächelnde Starterbatterie aus 2007 wirkt keineswegs kraftlos (Ich werde das aber noch genauer testen.). Dafür scheint sich die Versorgungsbatterie aus 2012 als etwas angeschlagen zu erweisen. Für normalen Betrieb im WoMo ((Licht, TV) ohne Groß- und Dauerverbraucher wird sie wahrscheinlich noch einige Zeit ihren Dienst tun. Aber Wechselrichterbetrieb für Kaffeeautomat und Co werde ich wohl bald vergessen können. Auch verkaufen kann ich die Batterie nach dieser Erkenntnis nicht mehr guten Gewissens, allenfalls verschenken. Fünf Jahre hinterlassen halt gerade bei einer Versorgungsbatterie bereits Spuren in Form von Leistungsverlusten.

Die ohnehin geplante Umrüstung auf LiFePO4 werde ich nun ohne das ungute Gefühl vorantreiben, eine einwandfreie AGM-Batterie dafür entsorgen zu müssen. Ich weiß nur noch nicht, zu welchem LiFePO4-Produkt ich greifen soll. Etwas Zeit bleibt ja noch. Vor dem nächsten Winter möchte ich jedoch umgerüstet und auch die Solaranlage wieder komplettiert haben.

Jochen ist ebenfalls an einer Umrüstung interessiert. Vielleicht gibt es eine Sammelbestellung.🤑

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