Rädertausch oder Ganzjahresreifen?

Gestern ließ ich am Volvo C70 endlich die Winterräder gegen die Sommerräder tauschen. Das wäre nicht nötig, hätte ich wie beim Polo und beim WoMo Ganzjahresreifen auf den Felgen. Zweimal im Jahr ärgere ich mich beim Volvo über den Zeit- und Geldaufwand für den Wechsel von Winter- auf Sommerbereifung und umgekehrt. Sobald die jetzigen Reifen abgefahren sein werden, will ich deshalb auch bei diesem Auto auf Allwetterreifen umsteigen, falls es vom Geschwindigkeitsindex her möglich ist.

Allwetterreifen/Ganzjahresreifen haben nach unserer Erfahrung mehr Vorteile als Nachteile. Zumindest für uns sind sie seit Jahrzehnten ein idealer Kompromiss:

Vorteile:

  • Keine zwei Radwechsel pro Jahr und pro Auto mehr! Das wären bei unseren drei Fahrzeugen sechs Radwechsel bei Kompletträdern. Bei Wechsel der zwölf Reifen wäre der Aufwand noch größer.
  • Keine Lagerung der gerade nicht montierten Räder oder Reifen (Es wären 12!).
  • Da sich die jährliche Fahrleistung nicht auf zwei Reifensätze verteilt, ergibt sich eine ausreichende Kilometerleistung, um das Profil in der Spanne der zulässigen Nutzungsdauer abzufahren, d. h. nicht Reifen mit gutem Profil wegwerfen zu müssen, weil sie überaltern.
  • Plötzlicher Wintereinbruch kein Problem, da die Reifen der Winterreifenvorschrift entsprechen (M&S-Kennzeichnung).
  • Zeit- und Geldersparnis für Ummontagen und Einlagerungen.

Nachteile:

  • Weniger Spezialisierung der Reifeneigenschaften auf die jeweilige Jahreszeit
  • Höherer Reifenpreis

Seit zwei Jahrzehnten fahren wir bei zwei unserer Autos nur Ganzjahres-, bzw. Allwetterreifen und sind damit sehr zufrieden. Mit dem VW Polo sind wir im Winter bis in Mittelgebirgslagen unterwegs, mit dem WoMo sogar im Alpenraum. Bislang ohne Traktionsprobleme auch bei tieferem Schnee!

Beim Polo fahren wir Goodyear Vector, beim WoMo Continental Vanco Four Seasons, beide mit M+S-Kennzeichnung.

Das Reifenalter als Sicherheitsfaktor

Für Vielfahrer mit 20000 km Jahresleistung und mehr gelten nachstehende Überlegungen natürlich weniger. Es gibt zwar keine einheitliche Regelung dafür, wie alt ein Reifen sein darf, aber bei Wenigfahrern und sog. Standfahrzeugen, also z. B. Wohnmobilen, Anhängern usw., geht auch der Gesetzgeber davon aus, dass Reifen spätestens nach sechs Jahren zu erneuern sind. Da moderne Reifen rund 50000 km Laufleistung haben, bis das Profil abgefahren ist, dauert es selbst bei einem fleißig bewegten Wohnmobil mit etwa 10000 km Laufleistung pro Jahr etwa fünf Jahre, bis der Reifen abgefahren ist. Wechselt man zwischen Sommer- und Winterbereifung, verdoppelt sich dieser Zeitraum und die Sechsjahresgrenze wird gefährlich überschritten. Oder man erneuert die Reifen bestimmungsgemäß nach fünf oder sechs Jahren und entsorgt teure Reifen mit noch gutem Profil aus Altersgründen. Wenn man weniger als 10000 km pro Jahr unterwegs ist, wird die Kosten-Nutzen-Situation noch ungünstiger. Die Verführung ist groß, die überalterten Reifen wegen des guten Profils einfach weiter zu fahren.

Es sei denn, man verwendet Ganzjahresreifen. Bei gleicher Kilometerleistung wie im obigen Beispiel schafft man dann zumindest an die 50000 km in fünf bis sechs Jahren. Hinzu kommt, dass das Profil von Allwetterreifen wegen der etwas weicheren Gummimischung oft eine etwas kürzere Lebensdauer besitzt und dadurch gut zu den Kilometerleistungen der meisten Wohnmobilisten passen dürfte, die unter 10000 km pro Jahr fahren. Beispiel: Zu angenommenen 40000 km Laufleistung des Reifens passen 7000 bis 8000 gefahrene Kilometer pro Jahr „wie angegossen“. Es muss aus Sparsamkeitsgründen kein Sicherheitsrisiko eingegangen werden, nur weil das Profil noch gut ausschaut. Unter 4 mm Profiltiefe machen M&S-Reifen ohnehin keinen Sinn, auch wenn der Gesetzgeber mit weniger zufrieden ist.

Vor falscher Sparsamkeit (Geiz) auf Kosten der Sicherheit kann ich nur warnen. Vor 30 Jahren bezahlte ich Lehrgeld, als ich ein zwei Jahre altes Wohnmobil kaufte und nicht ahnte, dass die Reifen schon 7 Jahre alt waren. Das merkte ich erst, als ich auf einer Nordkap-Reise zwei Reifenplatzer hatte. Auch ohne Unfall gefährlich und unangenehm, wenn die Ersatzbeschaffung schwierig und teuer ist! Seitdem wird bei mir kein Reifen am WoMo mehr älter als fünf Jahre. Unabhängig vom Profil! Bei den Pkws gebe ich ein, zwei Jahre Zuschlag (je nach Profilzustand), kontrolliere aber häufig durch Sichtprüfungen. Man kann alles kaufen, nur nicht Leben und Gesundheit!

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BayWa-Werkstatt: Im Hntergrund ein Mähdrescher in der Landmaschinen-Werkstatt

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