„Eier-legende-Woll-Milch-Sau“ mit Zielorientierung

Navigationssysteme, ob als Festeinbau, als mobiles Navi oder als App im Smartphone, gehören heute bei den meisten Wohnmobilisten zum selbstverständlichen Wegweiser auf Reisen und für die Fahrradtour. Nachdem die Sommer-Reisesaison 2017 bereits wieder voll im Gange ist, gebe ich nachfolgend meinen persönlichen „Navigations-Werdegang“ zum Besten, der mich letztlich zu einer App geführt hat, die ich nun schon seit Jahren mit großer Zufriedenheit auf iPad und iPhone (Titelfoto) nutze: Navigon Europe.

André Bonsch von AMUMOT.de veröffentlichte vor einiger Zeit in seinem Blog unter der Rubrik „Ratgeber“ einen interessanten Beitrag über Navigationssysteme. Darin geht er allerdings nur auf eine einzige kostenpflichtige Navigations-App ein, nämlich Copilot, die aber wenig taugt. Das muss ich leider bestätigen.

So sehr ich sonst Andrés Beiträge und Tipps schätze, bezüglich der Navigationslösungen bin ich ein wenig enttäuscht darüber, dass er keine leistungs- und konkurrenzfähige, kostenpflichtige App zum reellen Vergleich der Navigationssysteme heranzieht, sondern gleich mehr oder weniger zu dem Schluss kommt, Smartphones seien wegen des kleinen Displays zum Navigieren sowieso ungeeignet. Das ist etwa so, wie wenn man einen einfachen Drahtesel (Copilot und kostenlose Apps) gegen ein eBike (Becker Transit) antreten ließe. So findet man jedoch keine seriöse Antwort auf die Frage:

Eigenständiges Navigationsgerät oder Navi-App für’s Smartphone/Tablet?

oder gar: Welches ist das beste Navigationssystem für Wohnmobile?

Das Vorurteil, Smartphones hätten zu kleine Screens und seien deshalb schlecht abzulesen und zu bedienen, gilt längst nicht mehr, denn es gibt sehr wohl größere Smartphone-Displays. So z. B. das iPhone 6S Plus! Auch für Android dürfte es entsprechende Hardware geben.

Ideal für’s WoMo ist ohnehin ein Tablet mit 8 bis 12 Zoll Display. Ich navigiere beispielsweise mit dem iPad und glaube nicht, dass es ein Navigationsgerät gibt, das einen annähernd so großen, übersichtlichen Monitor besitzt. Es ist ja gerade ein Vorteil von Apps, dass sie nicht an ein bestimmtes Gerät und eine bestimmte Displaygröße gebunden sind. Ich sehe in der Navigation mit Smartphone oder Tablet keinerlei Nachteile. Ganz im Gegenteil, sofern man eine hochwertige Software verwendet!

André hätte m. E. um der Vielfalt willen doch auch jene ganz hervorragende App in seinen Test mit einbeziehen sollen, die zahlreiche Wohnmobilisten, mich eingeschlossen wie er weiß, seit vielen Jahren erfolgreich und störungsfrei nutzen: NAVIGON Europe. Sie kostete inklusive WoMo- und Truck-Navigation nicht einmal die Hälfte des von André favorisierten Becker-Gerätes. Sie wäre es deshalb m. E. wert gewesen, ergänzend zu den im o. bez. Ratgeber-Artikel beschriebenen Systemen, erwähnt zu werden.

Ich habe wie André im Laufe der Jahre so manches fest eingebaute und mobile Navigationsgerät sowie zahlreiche Apps ausprobiert. Es sind durchaus brauchbare Produkte dabei, jedoch in der Summe der Eigenschaften und vor allem unter Berücksichtigung der Preis-Leistungsrelation hat für mich die NAVIGON App. eindeutig die Nase vorn. Nachfolgend will ich die Gründe dafür nennen und das System vorstellen. Ein Vergleichstest soll das aber nicht werden, sondern lediglich ein ergänzender Beitrag, der beschreibt, wie wir das handhaben mit der Navigation und dass es für Wohnmobilisten durchaus eine hervorragende Alternative zu Navigations-Geräten in Form dieser Navigations-App gibt.

So fing es bei uns an mit der GPS-Unterstützung auf Reisen

Die ersten „Gehversuche“ mit GPS-gesteuerten Landkartenprogrammen auf dem Laptop machten wir bereits in den 1990er Jahren. Es gab damals noch keine Wegweisung mit Ansage, sondern man konnte auf dem Screen nur sehen, wo man sich gerade befand. Dennoch war das z. B. bei unserer damaligen Nordkap-Reise eine recht nützliche Orientierungshilfe mittels Notebook und externer GPS-Antenne.

Nach und nach kamen „echte“ mobile Navis auf den Markt. Ich erprobte viele davon und gab eine Menge (Lehr-)Geld dafür aus (Medion, TomTom, Falk, Becker, Garmin, VDO-Dayton, Blaupunkt, Navigon, u. a.). Jedoch gerade von namhaften und teuren Modellen wie TomTom war ich leider besonders enttäuscht. Als Ergebnis der Lehrgeldzahlungen konkretisierten sich nach und nach meine Wünsche und Ansprüche an ein ideales System nach meinem Geschmack.

Es sollte eine „Eier-legende-Woll-Milch-Sau“ sein mit folgenden Eigenschaften:

  • verlässliches Navi für ganz Europa,
  • optisch gefällige Kartendarstellung,
  • großer Monitor, bzw. Nutzung vorhandener Hardware (iPad und iPhone),
  • unbegrenzte Nutzung mit kostenlosen Software-Upgrades und Karten-Updates,
  • also keinerlei Folgekosten,
  • Navigation für Wohnmobile/Lkws als Option,
  • Schnittstelle zu Stellplatzführern, Adressdatenbanken, elektronischen Telefonbüchern usw.
  • Routenplanung, Zwischenziele usw.,
  • Koordinateneingabe,
  • Fahrtaufzeichnungen,
  • intuitive Bedienung, evtl. Sprachsteuerung,
  • bezahlbares System, möglichst unter 100 €,
  • EIN Gerät für zahlreiche unterwegs benötigte Funktionen (Navi, Stellplatzführer, Reiseführer, Adress-und Telefonbuch, Telefon, eMail, Internet usw.), also eine Software für Smartphone oder Tablet, denn nur mit dieser Hardware schien das realisierbar zu sein.
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Screen mit drei Routenvorschlägen. – Eine App kann hochformatig …
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… oder quer genutzt werden. Hier das iPhone 6S+! Ideal für’s WoMo ist der noch größere Bildschirm eines Tablets wie des iPads.

Die passende Navi-App

iPhone und iPad besaß ich bereits. Also brauchte ich dafür nur noch die passende Navi-App, die obige Kriterien möglichst weitgehend erfüllte oder sogar übertraf. Da ich damals schon sehr gute Erfahrungen mit einem NAVIGON-Gerät im Vergleich zu TomTom u. a. gemacht hatte, versuchte ich es gleich mal mit der von der Telekom kostenlos für das iPhone angebotenen Navigon-App (D-A-CH). Ich war positiv überrascht, wollte aber ganz Europa bereisen können. Also erwarb ich die App als Vollversion „NAVIGON Europe“ für knapp 70 €. Inzwischen kostet sie 10 € mehr für nach wie vor unbegrenzte Nutzung in z. Zt. folgenden 47 Ländern (aktuelles Kartenmaterial von HERE):

Albanien, Andorra, Weißrussland, Belgien, Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Gibraltar, Griechenland, Irland, Island, Isle of Man, Italien, Kosovo, Kroatien, Lettland, Liechtenstein, Litauen, Luxemburg, Malta, Mazedonien, Moldawien, Monaco, Montenegro, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, San Marino, Schweden, Schweiz, Serbien, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechische Republik, Türkei, Ukraine, Ungarn, Vatikanstaat, Vereinigtes Königreich.

Der Leistungsumfang ist im Laufe der Zeit gewachsen. Heute übertrifft NAVIGON Europe meine damaligen Erwartungen bei weitem. Wer die App erst mal nur ein Jahr oder einen Monat lang erproben will, zahlt 29,99 €, bzw. 4,99 €. Es gibt bei Bedarf außer der Region Europa auch die Regionen Nordamerika (60 €) und Australien (50 €). Beiläufig erwähnt: Neuerdings wird auch eine spezielle App für Biker von Navigon angeboten, die z. B. auch die Planung von Motorrad-Rundtouren vorsieht.

Wohnmobilisten rate ich von vornherein zur Vollversion von Navigon Europe, bei WoMos über 3,5 t evtl. gleich mit Wohnmobil- und Truck-Navigation. Die kostenlose Telekom-Version ist abgespeckt und bietet deutlich weniger Features. Wenn man diese einzeln nachbucht, kommt das Ganze mindestens genauso teuer.

Wen’s interessiert: Navigon gehört zum Garmin-Konzern, Würzburg. Die hervorragenden Karten kommen von HERE.

Man muss übrigens nur jene Karten downloaden, die man auf Reisen benötigt, bzw. die man offline benutzen möchte. Das spart Speicherplatz. Ich habe z. Zt. nur Deutschland und alle Nachbarländer downgeloadet.

Warum bin ich seit Jahren so zufrieden mit diesem Produkt?

Es arbeitet schlichtweg so, wie es das soll und wie man es von einer ausgereiften Navigationslösung erwartet. Das Wichtigste ist wohl bei der Navigation, dass man sich vor allem auch abseits von Autobahnen und Bundesstraßen nicht verfährt und zuverlässig sein Ziel erreicht. In den vergangenen rund 15 Jahren mit Navigon (erst Gerät, dann App) sind wir kein einziges Mal fehlgeleitet worden. Allerdings muss man schon aufpassen, dass man keine Eingabefehler macht und z. B. ungünstige Routen wählt oder sich auf „kurzer Strecke“ mitten durch Innenstädte lotsen lässt. Mitdenken ist also auch bei Navigon nicht entbehrlich. Woher soll auch der Computer wissen, welche Präferenzen man hat, wenn man’s ihm nicht oder falsch mitteilt. Auch Besserwisserei zahlt sich nicht aus. Immer wenn wir meinten, wir wüssten eine bessere Route als das System, kam ein Umweg mit Zeitverlust dabei heraus.

Schlimmer noch: Als ich vor zwei Jahren auf der BAB unterwegs von Neustadt nach Göttingen war, gab das System auf Höhe von Schleiz die Anweisung, die BAB wegen eines Staus zu verlassen. Da im Verkehrsfunk keine entsprechende Meldung kam und auch keine Verkehrsverlangsamung erkennbar war, fuhr ich leichtsinnigerweise an der betreffenden Ausfahrt vorbei. Folge: Nach ein oder zwei Kilometern stand ich im Stau. Jetzt meldete ihn auch der Verkehrsfunk. Aber es war zu spät. Meine „Unfolgsamkeit“ gegenüber dem Navi kostete mich eine Wartezeit von sage und schreibe sechs (!) Stunden. Der Tag war gelaufen.

Daraus habe ich zwei Lehren gezogen: 1. Ich folge meiner Navi-App, vor allem, wenn sie aktuelle Verkehrsstörungen auf der Strecke meldet, bzw. Umleitungsstrecken vorschlägt, 2. ich vermeide mit dem Wohnmobil in der Regel Autobahnen völlig. Erstaunlich, wie flott man auf den meist verkehrsärmeren Bundes- und Landesstraßen vorankommt! Und mehr von Land und Leuten bekommt man auch mit, getreu meinem WoMo-Motto „Der Weg ist das Ziel„.

Meine Standardeinstellungen in der App sind „WoMo-Navigation“ und „Optimale Route“. Außerdem sperre ich wie gesagt meistens die Autobahnen. Im Ausland schließe ich mautpflichtige Straßen ggf. aus. Funktioniert bestens (erprobt z. B. in Frankreich, Österreich und Tschechien)!

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3 Routenvorschläge

Nach Eingabe eines Zieles werden meist drei alternative Routenführungen vorgeschlagen. Entspricht keine der Strecken den eigenen Vorstellungen, kann man über Routenplanung seine eigenen (Zwischen-)Ziele festlegen, die dann nach dem Start in sinnvoller Reihenfolge oder gemäß eigenem Wunsch abgearbeitet werden. Außerdem kann man natürlich durch Ändern der Routenoptionen vielfältigen Einfluss auf die Streckenvorschläge nehmen. Vor etwaigen aktuellen Verkehrsstörungen wird schon bei der Auswahl der Route ggf. gewarnt.

Wenn wir einen WoMo-Stellplatz ansteuern möchten …

… suchen wir ihn erst in einer der Stellplatz-Apps (Stellplatz Radar Plus, WoMo-Stellplatz EU, Campercontact, u. a.) aus, klicken in der Stellplatz-App auf Route (o. ä.), und schon startet Navigon und übernimmt die Wegführung zum Stellplatz. Es ist also keine manuelle Zieleingabe durch Tippen nötig. Das gilt auch für andere POIs. Sehr viele stets aktuell gehaltene Sonderziele sind bereits in der App integriert und über die Funktion Sonderziele anwählbar.

Im Wohnmobil nutze ich wie gesagt wegen des großen Monitors meistens das iPad zum Navigieren. Die umfangreichen Programmfunktionen sind auf allen Geräten gleich. Die Navigon App habe ich auf zwei iPhones (4S und 6S+) und zwei iPads (1 und Air 2) installiert, die ich wahlweise nutze. Das kostet nichts extra. Ich bezahlte nur einmal vor Jahren etwa 70 €. Seither sind alle Updates und Upgrades kostenlos, und es spielt keine Rolle, auf wie vielen Geräten die App genutzt wird. Erneuert man ein Gerät, wird über die Funktion Einkäufe wiederherstellen die Navigon App kostenlos auf dem neuen Gerät installiert, und zwar in der neuesten Version.

Hier einige Beispiele für unzählige nützliche Funktionen von Navigon Europe:

IMG_3975Aktuelle Kraftstoffpreise in Deutschland

  • Aktuelle Spritpreise für Benzin und Diesel direkt in der App
  • Offizielle Daten der Deutschen Markttransparenzstelle für Kraftstoffe
  • Günstigste Tankstellen auf der Route und in der Umgebung finden
  • und direkt annavigieren

Street Parking (eher für den Pkw als für’s WoMo)

  • Freie Parkplätze am Straßenrand finden
  • Parkplätze nach Preisniveau filtern und weitere Infos zu Parkzeiten und -gebühren erhalten
  • Neue Navigation zum Parkplatz starten oder Parkplatz als Zwischenziel setzen
  • Street Parking ist verfügbar in: Hamburg, Berlin, München, Stuttgart, Bonn, Köln, Nürnberg, Düsseldorf, Ingolstadt, Wien, Amsterdam, Paris, London, Cardiff, Seattle, San Francisco, Los Angeles und Denver.
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Verkehrsmeldung

Verkehrsmeldungen

  • Immer aktuelle Staumeldungen online
  • Auf Wunsch automatisches Umfahren der Staus
  • Nie wieder Zeitverlust durch Staus, falls man der Empfehlung folgt 🙄

Aktuelle Kartenupdates und Programm-Upgrades (Automatischer Download nur bei WLAN-Verbindung)

  • Aktuelles Kartenmaterial kostenlos
  • Software-Upgrades kostenlos
  • Regelmäßig die neusten Sonderziele
  • Alle wichtigen Änderungen: Tempolimits, Kreisverkehre, Einbahnstraßen usw.

Einfache, schnelle Zielsuche

  • Schneller Navigationsstart
  • Einfache Adresseingabe oder Sonderziel-Suche
  • Sprachsteuerung wählbar

IMG_7452Glympse

  • Die eigene Fahrt live mitverfolgen lassen, inkl. Ankunftszeit und Geschwindigkeit
  • Standort als Glympse verschicken
  • Kein Glympse-Benutzeraccount erforderlich

3D Kartenansicht

  • Darstellung von Bergen und Tälern
  • Leichtere Orientierung
  • Noch schönere Kartenansicht

Fußgängernavigation

  • Fahrzeug parken und Navigation zu Fuß fortsetzen („Last Mile“)
  • Manuelle Routenneuberechnung
  • Fußgängernavigation zurück zum geparkten Fahrzeug
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Fahrspurassistent

Selbstverständliche Features, die fast jedes Navi beherrscht, wie Kreuzungs- und Fahrspurassistent, Verkehrszeichenanzeige, Geschwindigkeitswarnung, Kurvenwarnung, Fahrtaufzeichnung, Fahrradmodus, tausende von Sonderzielen usw. sind natürlich auch beim Navigon implementiert.

Vorhanden waren beim Kauf der App auch ein Bonuspaket u. a. mit verschiedenen, teils lustigen, dialektgefärbten Sprecherstimmen, sowie Wikipedia, Traffic Live, Cockpit, Der Grüne Reiseführer MICHELIN, Telekom-Hotspots u. a.

Ich habe mir noch die Wohnmobil- und Trucknavigation gegönnt sowie den ADAC Stellplatz- und Campingführer. Letzterer war eigentlich überflüssig, weil jede Stellplatz-App die Daten an die Navigon-App übergibt. Auch die Wohnmobil- und Truck-Navigation ist meist entbehrlich, zumindest für WoMos bis 3,5 t.

Was ich vermisse, ist eine Berücksichtigung der Umweltzonen mit Einfahrtbeschränkung. Ansonsten habe ich noch keinen Mangel entdeckt und kenne auch keinen ständigen Anwender, der mit Navigon Europe unzufrieden wäre.

Ständig anwenden ist übrigens wichtig, um durchzublicken und die vielfältigen Möglichkeiten des Systems zu kennen und zu nutzen. So z. B. das im Notfall sehr hilfreiche Feature »Notfallhilfe«. Es gibt den augenblicklichen Standort als Adresse und mit Koordinaten an. Wichtig für Ortsunkundige, die Hilfe brauchen! Man kann unter Notruf 112 europaweit seinen genauen Standort durchgeben oder durch Klick auf einen der vier Buttons zum entsprechenden Ziel navigieren.

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Adresse und Koordinaten: Wichtig, wenn man beim Notruf 110 oder 112 nach dem genauen Standort gefragt wird!

FAZIT: Die App Navigon Europe navigiert fehlerfrei und komfortabel.

Noch nie hatten wir mit dem Navigon eine Fehlweisung. Die Ansagen kommen rechtzeitig und sehr deutlich. Besser geht’s nicht! Wir hatten auch noch nie einen Ausfall oder Systemabsturz oder sonst eine Störung. Während man bei eigenständigen Navigationsgeräten häufig eine WLAN-Verbindung zu einem Mobiltelefon benötigt, um aktuelle Verkehrsdaten zu erhalten, ist diese Funktion bei der App im Smartphone natürlich integriert, weil es selbst ein Telefon darstellt.

Die Navigon-App hat nicht nur einen fast unschlagbaren Preis, sondern auch einen beliebig großen Bildschirm, je nach verwendeter Hardware. Zudem ist die Hardware vielfältig nutzbar und in der Regel beim Anwender bereits vorhanden. Für Wohnmobilisten, die ohnehin z. B. ein iPad oder anderes Tablet dabei haben, ist die Navigon App somit eine günstige Optimallösung, denn sie kommt mit rund 150 € inkl. Truck- und WoMo-Navigation (die man gar nicht unbedingt benötigt) nicht einmal halb so teuer wie vergleichbare Spitzennavigationsgeräte. Für etwa 70 Euro ist man letztlich lebenslang dabei.

Mit den genannten einmalig anfallenden App-Kosten bekamen wir praktisch Navis für unsere drei Autos: iPad im WoMo, iPhone 6S Plus im Volvo, iPhone 4S im VW Polo. Die kostenlosen Updates und Upgrades vollziehen sich automatisch, allerdings nur bei WLAN-Verbindung. Das Navigieren funktioniert wahlweise sowohl online als auch offline.

Bei der Navigon App sind tausende von POI-Daten bereits bestens integriert und werden laufend aktualisiert und erweitert. Sie sind aber auch selektiv abwählbar. Es bestehen Schnittstellen zu allen relevanten Apps auf dem Smartphone. Kontakte aus dem Adressbuch oder Telefonbuch lassen sich direkt als Navigationsziele anklicken.

Die iPad- oder iPhone-Akkus lassen wenig zu wünschen übrig. Das Gerät hängt natürlich im WoMo meist am Ladekabel, funktioniert aber auch mehrere Stunden lang im Akkubetrieb als Navi, z. B. für’s Fahrrad oder den Stadtrundgang (iPhone).

Nun zur Beantwortung der Eingangsfrage:

Eigenständiges Navigations-Gerät oder Navigations-App für Smartphone und Tablet? Welches System ist besser und geeigneter für’s Wohnmobil?

Aus vorgenannten Gründen und wegen der enormen Flexibilität favorisiere ich die App Navigon Europe als beste Navi-App für WoMo, Truck sowie Pkw. In Verbindung mit einem Tablet erfüllt die App mehr, als in meinem ursprünglichen „Pflichtenheft“ gefordert. Navigon Europe ist die damals von mir gesuchteEier-legende-Woll-Milch-Sau„.

Bei den eigenständigen mobilen Navigationsgeräten verlasse ich mich auf Andrés Urteil, der das Navi Becker Transit trotz hohen Preises und der weniger positiven Rezensionen bei Amazon wegen spezieller Qualitäten bevorzugt.

Aber ein Argument spricht letztlich doch unweigerlich für das eigenständige Navigationssystem als teurer Festeinbau: Die perfekte, ästhetische Integration des Displays und der Bedienelemente in die Optik des Armaturenbretts und die Elektronik des Autos. Luxus war eben schon immer etwas teurer.🤑

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Die Entwicklung geht weiter

Vielleicht überholt bald eine andere Navigationsapp den preiswerten Allinclusive-Alleskönner von Navigon, der nur behutsam weiterentwickelt wird. Eigenständige Mobile Navigationsgeräte sowie teure Festeinbauten werden wohl an Bedeutung verlieren, wenn es immer mehr Nutzern zu dumm wird, bei bestimmten Modellen ständig teure Updates zu kaufen, während die Apps vom Funktionsumfang her mindestens gleichziehen. Auch einige völlig kostenlose Apps sind durchaus brauchbar, so z. B. HERE WE GO und Google Maps.

Vor allem hat sich Google Maps gemausert. Ich lasse es häufig parallel zu Navigon laufen. Das ist vor allem hilfreich, wenn man z. B. auf der Strecke Tankstellen, Restaurants oder Einkaufsmöglichkeiten sucht. Da ist der Zugriff bei Google direkter. Auch bei Staus und Sperrungen ist Navigon manchmal etwas langsamer. Somit ist die Kombination aus Navigon Europe und Google Maps für mich nahezu eine Ideallösung.


Navi-Apps für’s Fahrrad

Wer noch detailliertere Karten und Routenvorschläge speziell für’s Wandern und Radfahren benötigt, sollte sich z. B.  bei Bikemap, Scout oder Komoot umschauen. Auch die regionalen Fremdenverkehrsorganisationen stellen oft recht brauchbare kostenlose Apps für regionale Touren zur Verfügung. Natürlich hilft häufig auch Google Earth, sich zu orientieren. IMG_4243

Sehr nützlich ist der neue ADAC Fahrrad Tourenplaner 2017 für iOS (2017, 2,99 €) und Android (2016, 4,99 €). Die iOS-Version ist die derzeit aktuellere und preiswertere, obwohl sie sogar über Routing mit Sprachnavigation verfügt.


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2 Gedanken zu “„Eier-legende-Woll-Milch-Sau“ mit Zielorientierung

  1. Sehr geehrter Herr Hayn,
    Da ich selbst im Ruhestandsstress bin, Danke ich für die informativen Details zu verschiedenen Beiträgen. Ich hatte früher ein Navigon Navi mit dem ich hochzufrieden war. Jetzt habe ich TomTom, Garmin und die können Navigon nicht das Wasser reichen. Ich habe bei meinen Fahrten TomTom und Garmin in Betrieb, die aber nicht so gut sind wie mein vergangenes Navigon. Danke für die Tips mit Navigon über IPad, das ich ab jetzt wieder Nutzen werde.
    PW

    1. Hallo Herr Wiesinger,
      schön, dass ich Ihnen durch Weitergabe meiner persönlichen Erfahrungen hilfreiche Hinweise geben konnte! Kürzlich hat mir ein Bekannter berichtet, dass die wohl uneingeschränkt nur für Apple Smartphones und Tablets zutreffen. Die Android-Version scheint weniger leistungsfähig zu sein. Aber Sie verwenden ja ein iPad! Übrigens gehört Navigon inzwischen zu Garmin.
      Ich wünsche Ihnen erlebnisreiche Reisen mit perfekten Wegweisungen.
      Werner H. Hayn

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