Votronic MobilPOWER Inverter SMI 1700 ST NVS für das Wohnmobil

Seit Anfang September hat der neue Sinus-Wechselrichter von Votronic nun den Platz des AEG Gerätes in meinem WoMo eingenommen. Er ersetzt gleichzeitig auch den Waeco Spezialwechselrichter für die WMF-1 Kaffeepadmaschine, der das Zeitliche gesegnet hatte. Vor ein paar Tagen war ich dann auch mit der erneuerten und verstärkten Anschlussverkabelung sowie der Beseitigung des allgemeinen Kabelchaos im Batteriekasten fertig. Der Votronic Inverter konnte in Betrieb gehen und liefert fortan bei Bedarf 230 V für Verbraucher bis 1700 Watt im Wohnmobil.

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Der neue Sinus-WR an der Staukastenwand. — Die braunen Kunststoffleisten (Pfeil) verhindern, dass rutschendes Ladegut den Inverter oder die Kabel beschädigt. Das kleine weiße Gerät rechts oben gehört nicht zum WR. Es handelt sich um den Sender eines Temperaturfühlers, der unterhalb des Batteriekastens die Außentemperatur misst.

Bei dem neuen Wechselrichter handelt sich um den MobilPOWER Inverter SMI 1700 ST-NVS, das Spitzengerät dieser Serie, das baugleich, mit äußerlich etwas veränderter Optik (= Kühlrippen), von Votronic auch für Büttner Elektronik produziert wird. Ich habe die Ausführung mit Netzvorrangschaltung (NVS) gewählt und bei Prevent Deutschland GmbH erworben.

 

Was bedeutet „Netzvorrangschaltung“?

Zuvor verwendete ich in Verbindung mit dem AEG WR eine externe Netzumschaltbox von IVT (gibt es auch von FraRon). Beim Votronic Inverter ist die NVS im Gerät integriert.

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Externe NVS

Die Umschaltelektronik erkennt automatisch, wenn eine zweite Netzspannung (vom Landnetz oder von einem Generator) anliegt und trennt über eine Doppelrelaisschaltung den Wechselrichter ausgangsseitig vom Bordnetz. Dies stellt sicher, dass die verschiedenen Spannungsquellen nicht zusammentreffen. Es wird immer nur eine 230V Spannungsquelle zu den Verbrauchern durchgeschaltet.

Die NVS erkennt aber auch, wenn keine zweite Netzspannung (Landstrom oder Generator) mehr anliegt und schaltet je nach Programmierung den Wechselrichterausgang wieder ins Bordnetz durch. Alle angeschlossenen 230 Volt Verbraucher im WoMo werden nun wieder vom Wechselrichter versorgt.

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„Rückseite“ mit 12 Volt Anschlussklemmen

Eine NVS ist eigentlich unverzichtbar, denn wenn eine zweite 230 Volt Netzspannung über Landstrom (z. B. am Stellplatz) in das Wohnmobil über die Außensteckdose eingespeist wird, ohne dass vorher der Wechselrichter netzseitig getrennt wurde, gelangt die externe Spannung (Landstrom oder Generator) in den Wechselrichterausgang. Dies führt unweigerlich zum Ausfall und zu Schäden sowie hohen Reparaturkosten am Wechselrichter. Um dies zu verhindern ist der Einsatz einer Netzvorrangschaltung unbedingt erforderlich.

Manche WR-Nutzer sparen die knapp 60 € für eine zusätzliche NVS, indem sie über den Landstromeingang andere Steckdosen und Verbraucher versorgen als mit dem WR, also zwei voneinander getrennte 230 V Bordnetze betreiben. Das hängt stark vom Verwendungszweck des Wechselrichters (Inverters) ab. So habe ich beispielsweise einen kleinen Sinuswechselrichter (150 W) separat im Spiegelschrank über dem Waschbecken installiert, der nur Rasierer und el. Zahnbürste versorgt. Er steht nicht in Verbinding mit dem 230 Volt Bordnetz und stellt einen unabhängigen kleinen 230 V Versorgungspunkt zur Aufladung der beiden Geräte dar. Den Haartrockner mit 1000 W darf ich hier natürlich nicht anstecken. Der muss an eine Steckdose des 230 V Bordnetzes, die vom  Hauptwechselrichter (Votronic Onverter) oder durch Landstrom gespeist wird.

Wer alle installierten  Steckdosen des 230 V Bordnetzes im Fahrzeug unabhängig von der Stromquelle (Landstrom oder Inverter) sicher und unkompliziert nutzen möchte, kommt um die NVS nicht herum. Am einfachsten geht das natürlich, wenn die NVS integriert ist wie bei den „NVS“-Modellen von Votronic (andere Hersteller verwenden andere Bezeichnungen, Büttner z. B. nur „N“).

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Unsichtbar: Der WR werkelt im Stauraum unter der Couch.

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Platz sparend im Stauraum unter der Couch an der Wand installierter WR

Der Inverter hat als NVS-Modell neben dem 230V-Ausgang auch einen 230V-Eingang, der über den vorhandenen Fehlerstromschutzschalter mit dem Landstromeingang verbunden wird. Den 12V-Eingang habe ich über den 200A-Sicherungsautomaten mit dem Shunt des Batteriecomputers verbunden. Ein direkter Anschluss an der Versorgungsbatterie würde dazu führen, dass der Batteriecomputer die zum WR fließenden, nicht unerheblichen, Ströme nicht berücksichtigen könnte und deshalb fehlerhaft anzeigen würde.

 

Fernanzeige und -bedienung

Da bei mir der Inverter verdeckt im Stauraum unter der Couch eingebaut ist, also nicht direkt bedient werden kann, musste ich das Bedienteil abgesetzt montieren (wie zuvor die AEG-Fernbedienung). Das Bedienpanel ist normalerweise direkt am Votronic-Gerät integriert, kann aber abgeschraubt und an anderer Stelle befestigt werden. Dazu befindet sich ein 5 m langes Kabel im Lieferumfang. Es könnte sogar ein zweites Bedienteil parallel dazu angeschlossen werden.

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Bedien-/Anzeigepanel kann bis zu 5 m abgesetzt montiert werden. Im Schacht links Dip-Schalter zur Programmierung bestimmter Einstellungen wie Scan-Dauer oder Lastschwelle. 

Die drei unteren LEDs am Fernbedienmodul signalisieren den Betriebszustand. Beim früheren AEG WR wurden sogar Spannung und Last (in Watt) numerisch angezeigt. Aber die Fernsteuer- und Anzeigefunktionen beim Votronic reichen aus. Die Last kann man ja am Batteriecomputer ablesen.

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links: Batteriecomputer (aktuelle Anzeige: Spannung Starterbatterie), rechts: Solarmonitor (aktuelle Anzeige: Spannung Vetsorgungsbatterie) 

Durch kurzes Betätigen des ON/OFF-Schalters am Anzeigepanel des Wechselrichters wird das Gerät eingeschaltet (ON) und die grüne Leuchtdiode (LED) „INVERTER“ zeigt die Betriebsbereitschaft an. Nach einem internen Selbsttest des gesamten Systems, signalisiert durch 2 kurze und einen langen Signalton, startet der Betrieb des Inverters. An der frontseitigen Gerätesteckdose, bzw. an allen darüber versorgten Steckdosen im WoMo, liegen nun 230 V-Wechselspannung (AC) an und Verbraucher können versorgt werden.

 

Verschiedene Betriebsmodi (Automatic-Modus, Dauerbetriebsmodus) 

Der Wechselrichter befindet sich nach dem Einschalten im Automatic-Modus. Die LEDs „INVERTER“ und „AUTOM.“ leuchten.

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Im eingeschalteten Zustand prüft der Wechselrichter ständig die angeschlossene Last (z. B. Haartrockner). Solange der Fön eingeschaltet ist, benötigt er Leistung (> 25 W). Wird das Gerät ausgeschaltet (< 25 W), erkennt der Wechselrichter diesen Zustand und wechselt nach einer sehr kurzen Beobachtungszeit automatisch in den Standby-Betrieb. Alle LEDs erlöschen, nur die gelbe LED „AUTOM.“ blinkt im Sekundentakt. Die Batterie wird jetzt nur noch mit ca. 0,4 A belastet.
Der Wechselrichter überprüft nun im Sekundentakt, ob am Ausgang
eine Last (> 25 W) angeschlossen ist. Findet er im Standby-Betrieb
innerhalb der nächsten 5 bzw. 10 Minuten (Suchlaufdauer einstellbar) keinen Verbraucher, schaltet er sich komplett aus und kann in diesem Modus nur über den ON/OFF-Schalter wieder gestartet werden (Sicherheitsmaßnahme).

Um den Standby-Betrieb besser auf die jeweiligen Anforderungen anpassen zu können, sind die Standby-Lastschwelle (Load = >25 oder >60 W) sowie die Dauer des Standby-Suchlaufes (Time) einstellbar (5 oder 10 Min.).

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Grill/Raclette/Heißer Stein über Wechselrichter betrieben

Wird ein Betrieb des Wechselrichters ohne Automatic-Modus (= ohne Standby-Betrieb) gewünscht, um z. B. auch Verbraucher mit sehr kleiner Leistung (unter 25 W) wie Akkuladegeräte u. ä. problemlos zu betreiben, muss der Automatic-Modus deaktiviert werden.

Dies kann auf zwei Arten geschehen.
1. Dauerhafte Einstellung per Dipschalter
2. Wahlweise Einstellung beim Einschalten des Wechselrichters:

Hierzu muss beim Einschalten des Wechselrichters der ON/OFF-Schalter für mehr als 3 Sekunden betätigt werden. Nach dieser Zeit erlischt die gelbe LED „AUTOM.“ und der Wechselrichter befindet sich nun im Dauerbetrieb. Wird der angeschlossene Verbraucher abgeschaltet, läuft der Wechselrichter weiter (Leerlauf) und belastet die Batterie permanent mit ca. 7-10 Watt!

Nach Aus- und Wiedereinschalten befindet sich der WR wieder im Standby-Betrieb (Automatic-Modus), es sei denn permanenter Dauerbetrieb wurde zuvor per Dipschalter aktiviert.

Mein Gerät ist derzeit auf Automatic-Betrieb mit einer Standby-Lastschwelle von 25 W sowie einer Suchlaufzeit von 5 Minuten eingestellt (Werkseinstellung). Bei geringeren Lasten als 25 W schalte ich per ON/OFF-Taster vorübergehend auf Dauerbetrieb.

 

Weitere LED-Anzeigen (Netzvorrang, Last-/Überlast)

Die rote LED (Line) signalisiert, dass eine externe 230 V Stromquelle angeschlossen ist und die Versorgung der 230 V Verbraucher übernimmt. Der WR ist durch die NVR komplett abgeschaltet und lässt sich erst wieder einschalten, wenn die Stromquelle entfernt worden ist.

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Die rote LED signalisiert externe Netzstromversorgung. NVS aktiv! Der WR kann nicht eingeschaltet werden.

Über die oberen drei Leuchtdioden (LED) am Bedienteil wird die ungefähre Belastung des Wechselrichters angezeigt:

  • Die LED „< 50 %“ leuchtet grün bei einer Belastung von ca. 10/20 Watt bis 50 % der Nennleistung (ca. 850 Watt) des angeschlossenen Gerätes.
  • Überschreitet die Nennleistung 50 %, leuchtet die LED „< 100 %“ gelb.
  • Wird der Wechselrichter mit mehr als 100 % seiner Nennleistung (1700 Watt) betrieben, wird dies durch die rote (LED) „OVERLOAD“ signalisiert.
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Hier wird eine Last zwischen 50 und 100 % der Nennleistung angezeigt. In diesem Falle waren es 1000 W.

Zusätzlich wird bei Überlastung des WR ein Warnton ausgegeben:

Ein langsamer Warnton-Rhythmus wird ab einer Überlastung von 5 % signalisiert. In diesem Betriebsfall wird der Wechselrichter weiterarbeiten, doch ist langfristig mit einem Abschalten des Wechselrichters durch Übertemperatur zu rechnen.

Ein schneller Warnton-Rhythmus wird ab einer Überlastung von 15 % signalisiert. In diesem Betriebsfall wird der Wechselrichter innerhalb der nächsten 10 Sekunden ausschalten. Hier sollte schnellstmöglich die entnommene Leistung reduziert werden.

Wird die maximale Zeitdauer für die Überlast überschritten, schaltet sich der Inverter aus. Die grüne LED „INVERTER“ erlischt, die rote LED „OVERLOAD“ blinkt und es ertönt ein akustisches Signal. Nachdem die angeschlossene Last verringert bzw. Verbraucher ausgeschaltet worden sind, kann der Wechselrichter durch Betätigen des ON/OFF-Schalters erneut eingeschaltet werden.

 

AEG oder VOTRONIC?

Angesichts der Tatsache, dass der Inverter von Votronic dreimal soviel kostet wie der AEG-Wechselrichter, stellt sich die Frage, ob es denn nötig war, das Gerät zu wechseln. Kurze Antwort: Eigentlich nicht!

Der Votronic Sinus-Inverter (Made in Germany) ist zwar zweifellos das hochwertigere und technisch überzeugendere Gerät, doch schlecht war/ist mein AEG Sinus-WR auch nicht. Für Verbraucher bis 1000 W ohne besonderen Anlaufstrom erfüllte er absolut seinen Zweck und ist aus meiner Erfahrung heraus empfehlenswert. Das numerische Display war sogar informativer als die LEDs beim Votronic.

Mein Problem waren der relativ hohe Eigenverbrauch und die lediglich 1000 W Leistung beim AEG-Gerät. Nachdem der spezielle Waeco-WR der WMF Kaffeepadmaschine defekt war, benötigte ich entweder ein Ersatzgerät diesen Typs oder einen Hauptwechselrichter, der mindestens 1300 Watt schafft. Wenn schon Neuanschaffung, dann gleich ein Spitzengerät, mit dem man beispielsweise auch mal eine Mikrowelle betreiben kann! Ich entschied mich für den Votronic Inverter, der über das Mehr an Leistung hinaus noch eine Reihe weiterer Vorzüge bietet. Hier nochmals die wichtigsten:

  • Dauerleistung (bei 40 °C / 12,0 V): 1700 W
  • Kurzzeitige Leistung: 2100 W
  • Spitzenleistung (Impulsleistung z. B. für Anlaufstrom): 3000 W
  • Stromsparsteuerung mit Abschaltautomatik (Automatic-Modus mit Standby)
  • mehrere Betriebsmodi
  • Anzeigepanel um 360° drehbar und als Fernbedienung verwendbar
  • Kräftig dimensioniert, robust und kompakt, hohe Betriebssicherheit
  • Automatische Abschaltung bei Batterie-Unterspannung
  • Automatische Abschaltung bei Batterie-Überspannung
  • Integrierter Überlastschutz der automatischen Netzumschaltung durch 10A Sicherungsautomat
  • Elektronische und thermische Überlastsicherung
  • Intelligente Mikroprozessor-Steuerung
  • Getaktete Ausführung (switch mode)
  • Hoher Wirkungsgrad (ca. 90 %), geringer Eigenverbrauch
  • Temperatur- und Eingangsstrom gesteuerter, stufenloser Kühllüfter, leise
  • Integrierte Netzumschaltung (NVS)

Diese Merkmale waren es mir schließlich wert, etwas mehr für einen technologisch zeitgemäßen Sinuswechselrichter auszugeben. Ich hoffe, Made in Germany macht sich bezahlt.

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Da ich noch nicht alle Funktionen des Inverters ausprobieren konnte, entstammt ein Teil der Informationen in diesem Beitrag den Beschreibungen von Votronic. Über besondere Erfahrungen im praktischen Betrieb werde ich berichten.

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