„Warum ist es am Main so schön …?“

Am Montag und Dienstag war es mir auf meine alten Tage zu heiß, um wie vorgesehen nach Kitzingen zu radeln, zumal der Radweg ständig in praller Sonne verläuft. Also waren Chillen, Schiffe gucken und Stellplatzviewing angesagt. Und natürlich ab und zu ein Tässchen Kaffee und ein Plausch mit den Nachbarn sowie das Warten auf den italienischen Eismann! 🍦 🍧   

Unser Kaiserwetter hält an. Jeden Tag ist es nun ein wenig heißer geworden. Im Schatten hat es heute relativ angenehme 27°C. In der Sonne Ist man froh über das leichte Lüftchen, das erfreulicherweise seit Tagen weht. Da kann man auch mal einige Zeit am Ufer in der Sonne sitzen und den Betrieb auf dem Main verfolgen. Sowohl die Strompolizei als auch zahlreiche Freizeitkapitäne mit Motorboot oder Yacht sind unterwegs. Auch Rudermannschaften trainieren hier.

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Während der Tageszeiten größter Hitze ziehe ich mich aber ins WoMo zurück, wo dank FanTastic Vent relativ angenehme Schattentemperaturen bei 27°C herrschen.

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Die Aussicht ist auch hier in der „Fahrerkanzel“ hervorragend: nach vorn durch die Panorama-Windschutzscheibe zum Fluss und nach Albertshofen hinüber, zur Seite über WoMo-Dächer hinweg auf die Weinberge, an deren Fuß der Radweg nach Dettelbach entlangführt.

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Für einen schnellen Kaffee zwischendurch bewährt sich nun schon seit Jahren mein WMF/WAECO 1-Tassen Pad-Kaffeeautomat, den ich schon am Morgen erstmals bemühe. Leider wird das pfiffige Gerät im Handel nicht mehr angeboten.

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Wenn wir zu zweit unterwegs sind, verwenden wir die kleine Maschine seltener. Da kommen dann entweder unser Tchibo Kapselautomat, der auch Espresso kann, oder eine uralte Krups Filtermaschine für vier Tassen zum Einsatz.

Auf dem Stellplatz selbst gibt es natürlich auch immer wieder sowohl erfreuliche, als auch unerfreuliche Beobachtungen zu machen.

Interessant ist die Vielfalt der Wohnmobile und „Beiboote“ vom dicken Luxusliner bis zum WoMo-Oldtimer, vom Elektroroller bis zum Smart oder sogar Goggomobil.

Weniger gefällt mir jedoch u. a. das Verhalten mancher Zeitgenossen, die ordinär auf dem Platz herumbrüllen oder z. B. ohne Rücksicht auf die Geruchsorgane anderer Menschen ihr stinkendes Grauwasser statt in den Tank in ein offenes Behältnis laufen lassen, das sie von Zeit zu Zeit wegtragen oder gleich in die Büsche schütten.

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Muss das sein? Liner mit Duftnote! — Macht der Gewohnheit als vormaliger Caravancamper?

Ich kenne dieses anrüchige Entsorgungsverfahren von Campingplätzen und einfachen Wohnwagen ohne Grauwassertank. Manche Platzbetreiber schreiben deshalb „verschlossene Behälter“ vor. Aber eigentlich müsste doch auch ohne Ge- und Verbote jeder Camper mit etwas Hirn und Rücksichtnahme solche vermeidbaren Belästigungen im eigenen Interesse unterlassen. Immerhin gehört es ja auch nicht zu den angenehmsten Beschäftigungen, die stinkende Brühe offen herumzutragen und zu entsorgen.

Bei Wohnmobilen gibt es schon gar keinen erkennbaren Grund, das Abwasser nicht wie vorgesehen im Tank zu sammeln und bei nächster Gelegenheit vorschriftsmäßig zu entsorgen. Das spart Mühe, Gestank und Ärger mit den Belästigten.

Übrigens ist die verbreitete Gepflogenheit des Eimerunterstellens einer der Gründe, warum man Caravangespanne meist nicht auf WoMo-Stellplätze lässt, was manche Caravaner nicht einsehen wollen. Wohnanhänger sind halt vorrangig für Campingplätze konzipiert. Hinzu kommt, dass Platz für zwei Fahrzeuge benötigt wird (Zugfahrzeug + Caravan). Nicht zuletzt befürchten manche Stellplatzbetreiber auch, von Landfahrerkolonnen überrollt zu werden, wenn Gespanne erlaubt sind. Aber das ist ein eigenes Thema.

Ich selbst handhabe das mit der Emtsorgung so: Etwa einmal wöchentlich wird eine V/E-Station angefahren, um Grauwasser abzulassen, Frischwasser zu tanken und die (je nach Personenzahl bis zu drei) Kassetten des WCs zu entleeren. Dann habe ich wieder rund eine Woche Ruhe und kann mich schöneren Dingen widmen.

Ein interessantes Wasserfahrzeug kam gestern vorbei. Von weitem sah es aus, wie jedes Flusskreuzfahrtschiff, doch aus der Nähe könnte man erkennen, dass hier nur eine „Karosserie“ ohne Inneneinrichtung offenbar in die zuständige Werft überführt wurde. Vorn am Bug war das Schiff mit einem Zugkopf verbunden, hinten schob ein Antriebsmodul mit Steuerhaus.

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Mancheiner, der ein (Luxus-)WoMo sein eigen nennt und früher einen Caravan besaß, sollte sich vielleicht mal bewusst machen, was jetzt anders und meist bequemer ist und wie man damit am besten umgeht. „Ich mach‘s schon immer so“, ist kein Argument gegen das Aneignen neuer, ungewohnter, oft einfacherer und bequemerer Verfahren.

Wer allerdings sein teures Wohnmobil nur als Statussymbol angeschafft hat und ohnehin nur Plätze mit allem Komfort einschließlich Sanitärhaus besucht, um die eigene Infrastruktur nicht zu beschmutzen, der braucht sich um meine Überlegungen nicht zu kümmern. Der fällt aber auch nicht durch Gestank aus einem untergestellten Eimer auf.

Es gäbe noch mehr zu erzählen über interessante und weniger interessante Beobachtungen auf dem Stellplatz. Die Einen sind findige Köpfe, entwickeln Ideen und realisieren bessere Lösungen, die Anderen tun sich schwer, ihr WoMo zu handhaben und kennen es noch gar nicht umfassend in seiner Funktionalität. Mein gestriger Nachbar erklärte mir, er interessiere sich überhaupt nicht für die Wohnmobiltechnik, er sei nur Nutzer und ansonsten hilflos. Er mache halt nach, was er bei anderen Mobilisten sehe.

Ärgerlich sei für ihn beispielsweise, dass schon nach anderthalb Jahren die Wohnraum-Batterie den Geist aufgegeben habe. Das kenne er vom Pkw nicht. Und beim Wohnwagen sei es auch nicht so kompliziert gewesen. –  Ich meine: Ein wenig mehr als beim Pkw sollte man sich schon mit der Betriebstechnik seines Wohnmobils beschäftigen und auskennen. Den Batterieverkäufer dagegen freut‘s wahrscheinlich, wenn das nicht der Fall ist und er öfter mal eine neue Batterie liefern darf, weil z. B. falsche Ladetechnik oder Überlastung die Batterie vorzeitig altern lässt.

Mich wundert es schon, dass Mancheiner bereit ist, sehr viel Geld für ein WoMo auszugeben, ohne sich anscheinend darüber im Klaren zu sein, welche Konsequenzen der Betrieb mit sich bringt, ob er damit umgehen kann, was er darf und was nicht, welche Folgekosten entstehen, ob es überhaupt sinnvoll ist, z. B. statt eines Wohnanhängers ein WoMo zu kaufen, wenn der Urlaub stets für mehrere Wochen am selben Ort stattfinden soll.

Nicht sinnvoll investiert m. E. auch, wer das teure Wohnmobil unverändert wie einen Caravan nutzt, also seine Möglichkeiten und seine Ausstattung nicht nutzt. Umgekehrt taugt ein Caravangespann nicht so gut für‘s Globetrotten, u. a. weil ihm die meisten Stellplätze legal verwehrt sind. All das weiß man vorher, bevor man sich für Wohnmobil oder Wohnwagengespann entscheidet, sofern man sich eingehend informiert hat.

Am Main ist es in jedem Fall schön. Egal, ob man mit dem Caravan einen Campingplatz aufsucht oder mit dem Wohnmobil einen der Stellplätze. Auf diesen kommt z. B. fast täglich ein italienischer Eisverkäufer vorbei, der die Mobilisten mit selbst hergestelltem, leckerem Speiseeis versorgt. Eine große Kugel kostet 1 €, ein Eisbecher mindestens 4 €. Und der Geschmack stellt nach meinem Empfinden Industrieeis weit in den Schatten

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Hurra, der Italiener war da!

Jeden Tag pünktlich um 18:30 Uhr beendet der Fährmann sein Tagewerk und „parkt“ seine Fähre direkt vor meinem Wohnmobil am Ufer. Davor lässt sich der Eismann noch mit seinem Verkaufsmobil ans andere Ufer bringen, um auch dort die Leute in den Genuss seiner kalten Köstlichkeiten zu bringen.

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Die Mainfähre von Mainstockheim nach Albertshofen hat Feierabend.

Nun müssen Verkehrsteilnehmer halt eine der nächsten Brücken benützen: Kitzingen oder Dettelbach. Kein geringer Umweg, zumindest mit dem Fahrrad!

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Morgen ist für mich Abreisetag. Ich werde mir eine landschaftlich attraktive Route aussuchen, denn das Wetter bleibt sommerlich. Am Abend möchte ich noch bei Tageslicht, also zwischen 21.00 und 22.00 Uhr wieder in Neustadt sein.

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Heute Abend ist der Fluss glatt wie ein Spiegel.

 

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