Corona-Lockerungen: „Auf Kante genäht …!“ Deshalb Vorsicht und Umsicht!

Wir Wohnmobilisten freuen uns auf die Aussicht, vielleicht bald wieder Touren unternehmen und Stellplätze besuchen zu können. Das ist durchaus nicht unrealistisch, wenn sich die Menschen an die Corona-Regeln halten und nicht durch Fehlverhalten neue Beschränkungen provozieren. Wie es gehen könnte, zeigt folgendes Video von Bernd-Rüdiger Ristow: https://youtu.be/CqcWF7OO4DQ. Dazu gibt es bei YouTube allerdings nicht nur positive Kommentare.

Ich persönlich bin schon lange der Meinung, dass von der „rollenden Quarantänestation“ Wohnmobil keine besondere Gefahr ausgeht, wenn sich die Passagiere streng an die Corona-Regeln halten und auf den Stellplätzen nicht so eng gestellt wird sowie etwaige Sanitärgebäude geschlossen bleiben. Eine V/E-Station genügt. Autarke WoMos müssen vorausgesetzt werden.

Vor allem wir, die wir in bayerischen Corona-Hotspot-Regionen leben, sollten nach wie vor das hohe Ansteckungsrisiko stets im Hinterkopf haben. Nicht nur, um demnächst wiederzugewinnende „Reisefreiheit“ nicht zu gefährden, sondern nicht zuletzt und vor allem zum Erhalt der eigenen Gesundheit und der unserer Mitmenschen! Die teils tödlichen „Einschläge“ im Bekanntenkreis kamen in den März- und Aprilwochen bereits gefährlich nahe. Nicht nur bei alten Leuten! 

Viele Menschen haben in dieser Zeit viel dazugelernt, andere wiederum anscheinend gar nichts. Sie bezeichnen die Pandemie als „Corona-Hysterie“ oder „Corona-Psychose“. Ein wenig Bauchschmerzen habe ich deshalb schon angesichts der zahlreichen „Lockerungen“ im Mai, zu denen Merkel und Söder sich entgegen eigener Überzeugung haben breitschlagen lassen.

Denn von manchen Menschen werden die Erleichterungen offenbar als Freibrief für die Nichtbeachtung von Hygieneregeln, Abstandsgebot, Maskenpflicht und Kontaktbeschränkung verstanden. Und dann sind da noch die Verschwörungstheoretiker, die sich ohnehin bewusst nicht an verfügte Regelungen halten. Wenn das nur gut geht! Das Virus ist noch unter uns und schläft nicht. Es wird uns noch lange begleiten und Unbedachtsamkeiten in vielen Fällen mit Krankheit oder gar Tod bestrafen.

Apropos Verschwörungstheorien: Von BR24 gibt es einen seriösen Videobeitrag zu dem Thema, der Fakten gegen Spekulationen stellt: https://embeds.br24.de/embed?id=544161

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Wir waren gestern mal wieder mit dem Volvo in Regensburg, um mein Familiengrab für den Muttertag herzurichten, und sind bei dem herrlichen Wetter nicht auf der A93, sondern über Landstraßen und durch Ortschaften gefahren. Das zu beobachtende Verhalten vieler Leute lässt leider Ungemach für die Zukunft befürchten.

Man könnte meinen, das Abstandsgebot sei als immer noch wichtigste Schutzmaßnahme völlig abgeschafft und die Gruppenbildung sei legalisiert. Dabei gilt der Mindestabstand weiterhin immer und überall! Zusätzlich Maskenpflicht in Geschäften, auf Märkten und in öffentlichen Verkehrsmitteln! Nur so können wir eine neuerliche exponentielle Ausbreitung des Virus bremsen. Also bitte lieber übervorsichtig als leichtsinnig!

Derzeit stagnierende ca. 1000 Neuinfektionen pro Tag und immer noch Corona-Tote in Deutschland lassen eigentlich kaum Spielraum für Freizügigkeiten, auch wenn mitunter versucht wird, das zu verharmlosen. Wegen der „Drängler“ ist leider alles „auf Kante genäht“. Da darf nichts aus dem Ruder laufen. Das Virus richtet sich nicht nach formalen Regeln und frommen Wünschen, sondern nutzt jede Gelegenheit, sich zu vermehren.

Würden die Leute in Zusammenhang mit der Ansteckungsgefahr ihren gesunden Menschenverstand benutzen und die vielbeschworene Eigenverantwortung beweisen, bräuchte man gar keine Anordnungen, Verfügungen und Verbote. Stattdessen könnte das Motto heißen: Rücksicht nehmen, Abstand halten, keine Gruppen bilden, Ansteckungen vermeiden und für sich selbst keine Privilegien beanspruchen! Ich glaube sogar, dass teilweise auf den Shutdown verzichtet hätte werden können, hätte man auf verantwortungsbewußtes Verhalten der Bevölkerung setzen können. Konnte man damals aber (noch) nicht! Doch ohne Vernunft und Solidarität droht uns womöglich eine zweite, noch schlimmere Infektionswelle mit ungeahnten Folgen für das Gesundheitswesen und die Wirtschaft.

Leider gibt es allzu viele unpassende Vorbilder auch unter den Willigen und sogar unter Experten. Die Bilder dazu werden von den Medien ins Haus geliefert. Auf B24 gab es z. B. gestern einen Livestream zum Start einer neuen Corona-Studie im Landkreis Tirschenreuth. Wie in Heinsberg soll die Dunkelziffer der ohne Symptome Infizierten im ehemaligen Corona-Hotspot ermittelt werden. Denn auch wer sich nicht krank fühlt, kann bekanntlich das Virus in sich tragen, infektiös sein und somit andere Menschen anstecken. Die Dunkelziffer könnte beim Fünf- bis Zehnfachen der offiziell gemeldeten Infektionen liegen, schätzt man. Ein enormes Ansteckungspotential!

Nach der Pressekonferenz erhoben sich Mediziner, Politiker und Pressevertreter von ihren Stühlen und standen alsbald so eng zum Plausch beisammen wie eh und je. Da ist man sprachlos. Und das ist kein Einzelfall. Was soll man dann von „Normalbürgern“ erwarten? Kein Wunder, dass Misstrauen und Argwohn die Gegner von Corona-Maßnahmen auf die Straße treibt! Futter für Verschwörungstheoretiker, die glauben, uns werde nur etwas vorgemacht!

Für ein Pressefoto stellten sich einige der Experten dann doch gemäß Abstandsgebot auf (Quelle: Der Neue Tag):

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Um nicht missverstanden zu werden: Ich bin durchaus für die Öffnung von Geschäften und Einrichtungen, in denen Hygienekonzepte realisierbar sind. Auch in der Gastronomie scheint Einiges machbar zu sein. Die Industrie arbeitet eh wieder. Ich bin aber auch für konsequente Einhaltung der Hygieneregeln, was aus meiner Sicht Grundvoraussetzung dafür ist, dass ein Lockerungskonzept erfolgreich funktionieren kann. Ob in diesem Zusammenhang allerdings z. B. Fitnessstudios und Mannschaftssport nicht noch warten sollten, da bin ich im Zweifel. Auch überfüllte (Schul-)Busse und Bahnen sowie der Schulbetrieb an sich erscheinen mir zumindest in manchen Regionen Bayerns zur Zeit noch recht problematisch, wenn nicht brandgefährlich. Man wird sehen.

Gut finde ich die „Notbremsregelung“ bei 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und die dadurch sich ergebende Regionalisierung eventueller erneut nötig werdender Beschränkungen auf Landkreis- oder Kommunalebene. Es muss nicht wegen eines einzelnen beherrsch- und eingrenzbaren Hotspots das ganze Land lahmgelegt werden. Positives Beispiel hierfür war der ehemalige Corona-Hotspot Mitterteich mit vielen Covid19-Toten nach einem Bierfest, wo eine rasch verfügte absolute Ausgangssperre nachhaltig Wirkung zeigte.

Soweit meine persönliche Sicht der Dinge i. S. Coronakrise. Hoffen wir, dass die Bayern und natürlich auch die übrigen Deutschen vernünftig bleiben und nicht gleich übertreiben in ihrem Freiheitsdrang, damit wir tatsächlich ab Juni u. a. wieder mit dem WoMo auf Achse gehen können — und vieles mehr.😎


Corona-Maßnahmen: Das ändert sich ab Montag, 11. Mai, in Bayern


Meine persönliche Freiheit endet dort, wo sie die Freiheit Anderer beeinträchtigt.

hand touching glass
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