„Werkstatttour“, Tage 11-14: Loreleyblick

Tagungs-, Sitzungs-, Messe- oder Werkstatttermine versuche ich schon immer mit ein paar Urlaubstagen zu verbinden, wenn es sich ergibt und das Wetter passt. So bin ich nun am Montagnachmittag auf dem Campingplatz Loreleyblick in St. Goar gelandet.
Am Dienstag fuhr ich am Vormittag zum ALDI in Oberwesel, um das Nötigste einzukaufen, vor allem Getränke und Brot. Es war einfach, einen Parkplatz zu finden. Der Laden war nicht sehr frequentiert. Die Schlange vor der Kasse war kurz. Es waren zwar Abstandsmarkierungen auf den Boden geklebt, aber nur Wenige hielten sich daran.

Auch die Kassiererin nahm es nicht so genau: Sie gab mir Geld und Kassenzettel direkt in die Hand. Dabei gab es Hautkontakt. Gut, dass ich Handdesinfektionslösung im WoMo hatte. Ich hatte zwar berührungsfrei mit Karte bezahlt, aber ich ließ mir zusätzlich 200 € ausbezahlen, weil am Campingplatz nur Bargeld akzeptiert wird.

Glück muss man ohnehin haben, wenn man in Coronazeiten reist. Viele Menschen nehmen es auch auf dem Campingplatz recht locker mit der Einhaltung der Regeln. Vor allem manche Holländer fallen diesbezüglich auf. Das liegt vielleicht daran, dass Holländer seit Jahren einen besonders hohen Anteil der Gäste hier zu stellen scheinen.

Nicht alle benehmen sich jedoch wie Gäste, sondern eher wie Eigentümer mit entsprechenden Ansprüchen. Da darf der Hund auch mal beim Nachbarn sein Geschäft verrichten, oder die Camper gehen ungeniert mitten über den Platz anderer Leute, um abzukürzen. Rücksichtslose Charaktere findet man auf Camping- und Stellplätzen natürlich nicht nur unter Niederländern, sondern ebenso unter Deutschen und Anderen. Umgekehrt scheint Hilfsbereitschaft gerade unter Menschen, denen das Campen im Blut steckt, besonders ausgeprägt zu sein. Da gehören die Holländer dazu.

Ich mag die Niederländer. Schade, dass einige Anmaßende das Image der vielen sympathischen Gäste aus Holland mit schädigen!

Obwohl zwischen den Fahrzeugen mindestens 3 m Abstand einzuhalten sind, quetschen sie sich in jede Lücke, auch wenn‘s dann nur noch 1-2 m sind. Bei einer behördlichen Kontrolle könnte die Platzbetreiberin formal Ärger bekommen. Ute erzählte mir kürzlich, dass ein Geschäftsmann in Neustadt 5000 € Bußgeld berappen musste, weil er einen Kunden ohne Maske in den Laden gelassen hatte. Der Kunde war Kontrolleur.

Das wäre hier im Rezeptionsraum/Shop auch denkbar, denn trotz Abstandsgebot und Maskenpflicht drängen manche Camper ohne Mund-Nasenschutz gedanken- und rücksichtslos in den kleinen Raum. Die Schilder und Bodenmarkierungen werden ignoriert.

Man muss tatsächlich Glück haben, nicht zufällig infiziert zu werden. Hoffentlich führt die Unvernunft der Sorglosen nicht zu erneuten Einschränkungen des Camping- und Stellplatzbetriebes! So wie jetzt könnte man es nämlich samt einiger Hygiene-Regeln sehr gut aushalten, bis irgendwann mal der Corona-Spuk vorbei sein wird.

Die Burg Katz über St. Goarshausen
Blick vom Stellplatz Richtung St. Goarshausen
Blick vom Stellplatz Richtung Oberwesel, links der Fuß des Loreleyfelsens

Ich genieße jedenfalls die Tage auf meinem Lieblingscampingplatz am Rhein: Herrliches Panorama, viel zu sehen, Kaiserwetter! Wäre keine Pandemie, könnte man zudem sorglos die benachbarten Restaurants besuchen. Für eines davon bekommt man sogar einen 10% Rabatt-Gutschein. Aber ich bin da als Risikopatient momentan noch vorsichtig: Kein Restaurant, keine Sanitärräume, keine Toiletten, keine Menschenansammlungen! Wir sind es ja auch ohne Corona gewöhnt, in der Regel nur die eigene Infrastruktur im Wohnmobil zu benutzen.

Zurück zum Dienstag: Als ich vom ALDI kam, gab es tatsächlich wie erhofft zwei oder drei freie Uferplätze. Die kosten zwar drei Euro mehr (12 statt 9 €) doch der Ausblick ist unvergleichlich. Ich will ja nicht Wohnmobil- oder Caravanwände betrachten, sondern den Blick in die Weite schweifen lassen und natürlich Schiffegucken. Von hier aus kann man bis zu den nächsten Rheinbiegungen Richtung St. Goarshausen und Oberwesel schauen.

Ich wählte einen ruhigen Platz gegenüber dem Loreleyfelsen, der ideal zum Schiffegucken ist und etwas abseits des Trubels, der auf dem Campingplatz ansonsten herrscht angesichts des tollen Wetters.

Loreleyfelsen

Ein Schiff für Traktorensammler 🤩:

 

MITTWOCH

Man sieht wieder Kreuzfahrtschiffe, allerdings noch ziemlich leer. Neben Schiffegucken, Plaudern und Chillen werden heute die beiden Fleischspieße gebraten, die ich noch von zu Hause im Gefrierfach dabei habe. In der Pfanne gelingen die am besten. Dazu gibt es Fladenbrot. Im Kühlschrank im Frischhaltebeutel aufbewahrt, hält es übrigens lange Zeit frisch und trocknet nicht aus.

 
DONNERSTAG

Schiffegucken, Chillen, Lesen, Spaziergang auf der „Uferpromenade“, schade, dass ich kein Fahrrad dabei habe!

Die Rasenmähtruppe rückt an.

Am Donnerstagnachmittag zieht Bewölkung auf, aber es regnet nicht.


FREITAG

Es ist wieder den ganzen Tag sehr heiß. Bei Temperaturen um und über 30°C beschließe ich, erst am Samstag die Heimfahrt anzutreten. Morgen soll es gut 5°C „kühler“ werden.

Die Feuerwehr besprengt und kühlt sogar den Rhein mit Wasserkanonen.😎

Das Ganze könnte aber auch eine Ehrerbietungszeremonie gegenüber der Loreley sein.[/ caption]

Pünktlich um 17.00 Uhr entwickelt sich ein schweres Gewitter, wie man es bei uns in Neustadt kaum erlebt, ein Mittelrheingewitter sozusagen: Starkregen, Blitz und Donner, Einschlag in den Loreleyfelsen, den ich beobachten kann, zu hören ist dabei kein Donner, sondern nur ein einziger, extrem lauter Knall. Es gibt bei alledem keinen Sturm, nicht einmal Wind und vor allem keinen Hsgel.

Unf was mir noch sehr wichtig ist: Die Kabine hält dicht, einschließlich aller Dachfenster und dem neuen Schiebefenster! Hier noch ein paar Fotos:

Morgen gegen Mittag starte ich Richtung Heimat, weil ich am Montsg einen Zahnarzttermin habe.

 

4 Gedanken zu “„Werkstatttour“, Tage 11-14: Loreleyblick

  1. Hallo Werner,
    da waren wir ja nah beieinander!
    Vom 17.-20.06 waren wir am Knaus Camping in Koblenz.
    Wir waren unterwegs ab 07.06. Eppingen(1), Saarburg (1 N.) Luxemburg (3), Echternach, (1) Trier (2), Traben-Trarbach (1), Cochem (2) und Koblenz (3). Dann sind wir heim linksrheinisch bis Bingen und über Wurzburg nach Volkach (1). Nach der Übernachtung dort auf Landstraße (B22) Ebrach, Scheßlitz-Hollfeld – Bayreuth wieder zu Hause am 21.06.
    Toll wars!
    Hoffentlich kommst beim Getriebe „mit einem blauen Auge“ davon!
    Gruß Hans

    1. Hallo Hans,
      ja, beinahe wären wir uns begegnet. Ich fahre auch meistens heimwärts über die B22 und oft noch durch die Fränkische Schweiz. Dieses Mal hat es nicht sollen sein.
      Auf das „blaue Auge“ bin ich gespannt. Vielleicht habe ich Glück, und es ist „nur“ der 5. Gang. Aber es könnte auch ein Getriebetotalschaden sein. Man wird sehen.
      Die Gelben Engel haben dieses Mal gut gearbeitet und auf Anhieb einen Abschlepper gefunden, der auch höhere Fahrzeuge schleppen kann. Das war vor vier Jahren bei meinem Auffahrunfall recht kompliziert.
      Wenn das WoMo eintrifft, wird gleich mal nach dem 5. Gang geschaut. Sollte mehr sein, nehme ich ein Austauschgetriebe, weil das Instandsetzen in der Regel teurer kommt und auch viel länger dauert, sagte man mir. Ich werde berichten.
      Das für eine Woche überlassene ADAC Clubmobil liefere ich am Samstag beim Ach in Weiden ab. Dann dürfte es nicht mehr lange dauern, bis das WoMo kommt.
      Übrigens: Deine Pfalz-Tipps habe ich mir für‘s nächste Mal aufgehoben, wenn wir unterwegs sind und bei Trier Freunde besuchen.
      Schöne Grüße
      Werner

  2. Hallo Werner,
    danke für Deinen ausführlichen Reise Bericht vom Mittelrhein in St Goar mitten im Weltkulturerbe.
    Ich kann das sehr gut verstehen und ich wohne direkt dabei in Bingen und wir gehen oft am Rhein spazieren sehen gegenüberliegend den Rheingau gucken Schiffe einfach Genuss pur.
    Wenn ich das gewusst hätte, hätten wir uns treffen können, es gibt in Bingen am alten Hafen einen Stellplatz.
    Ja die Respektlosigkeit hat leider zugenommen wobei letztes Jahr in Holland sind die Gäste nicht über die Parzellen gelaufen und hatten auch notwendigen Abstand.
    Liebe Grüße von Rhein
    Uli

    1. Hallo Ulrich,

      ja schade, wir hätten uns treffen können! Unangemessene Verhaltensweisen sind anscheinend eine Eigenheit einiger Gäste speziell auf dem Campingplatz Loreleyblick, wo ich das schon seit Jahren in unterschiedlichen Ausprägungen beobachte. Die CP-Betreiber nehmen offenbar kaum Einfluss auf das Gebaren der Gäste, die wohl vermeintliche Freiheitsrechte verwirklichen wollen. In Holland selber ist mir das auch noch nicht aufgefallen. An der Loreley ist es trotzdem immer wieder schön, trotz Corona und mancher Ausrutscher.
      Leider hat mich auf dem Heimweg bei Würzburg ein Getriebeschaden ereilt. Mehr dazu kommt noch im Blog.

      Gruß
      Werner

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