Zum Abendessen nach Bärnau in die Post

Der Sonntag war wieder über 30°C heiß. Deshalb blieben wir tagsüber im relativ kühlen Haus und fuhren erst nach 17.00 Uhr mit dem Cabrio zum Sonntagabendessen. Seit die Gastronomie wieder öffnen darf, hat sich der Gasthof „Zur Post“ in Bärnau als besonders empfehlenswert herausgestellt, was die Güte der Küche betrifft.

Man muss von Neustadt aus zwar 22 km anfahren, aber es ist ein netter Sonntagsausflug, kann man in Bärnau doch u. a. auch den deutsch-tschechischen Geschichtspark besuchen. Auch günstig tanken kann man gleich hinter der nahen deutsch-tschechischen Grenze.

Zu Corona-Zeiten vorteilhaft: Der Gasthof Zur Post hat einen geräumigen „Garten“ vor dem Haus, sodass man sich etwas sicherer vor Ansteckungen fühlt als in Gasträumen. Es gibt zudem gute Parkmöglichkeiten für das Auto entweder direkt vor dem Haus oder auf der „Mittelinsel“ des Marktplatzes, an dem die Post liegt.

Die meisten Tische waren reserviert, doch wir bekamen auch noch ein schönes Plätzchen. Wir wählten wieder Fisch von der reichhaltigen Speisenkarte und tranken Zoigl-Bier.

Wie bei unserem letzten Besuch schmeckte es ausgesprochen lecker. Da die Portionen nicht überreichlich waren, genehmigten wir uns danach noch ein Dessert und einen Cappuccino dazu. Ebenfalls sehr delikat!


RÜCKSICHTSLOSIGKEIT? EGOISMUS? DUMMHEIT?

Was uns weniger behagte, war der laxe Umgang mit den Corona-Regeln, zumal ja hier zahlreiche Übernachtungsgäste aus anderen Regionen und Bundesländern verkehren. Schon beim letzten Besuch war uns aufgefallen, dass die Seniorchefin ohne Gesichtsbedeckung zu Gästen an den Tisch trat, um mit ihnen zu plaudern. Auch zu uns! Wir wollten nicht unhöflich sein, aber eigentlich sollte man was sagen.

Gestern trug der Kellner ständig seinen Mund-Nasenschutz unterhalb der Nase. Es störte ihn auch nicht, wenn Gäste ganz ohne Maske zwischen den Tischen herumspazierten. Andere wieder trugen die Maske nur in der Hand, hielten aber dennoch keinen Abstand von den besetzten Tischen. Es scheint auch immer mehr üblich zu werden, die Maske nicht vor, sondern erst während des Ganges durchs Restaurant aufzusetzen. Ist es denn wirklich so schwer, den Mund-Nasenschutz rechtzeitig und richtig aufzusetzen?

An den Nebentisch marschierten Touristen aus Sachsen oder Thüringen ohne die vorgeschriebene Schutzmaske, wurden aber nicht beanstandet, wie es die Pflicht des Gastronomen wäre. Andernorts wurde kürzlich ein Wirt dafür mit einer hohen Geldstafe belegt. Die Leute qualmten dann auch noch fürchterlich stinkende Zigaretten, wahrscheinlich tschechische, was nicht nur beim Essen unangenehm störte, sondern angeblich auch die Verbreitung von Viren fördern soll.

Trotz des ausgezeichneten Essens fühlten wir uns dieses Mal angesichts der potentiellen Infektionsgefahr nicht mehr recht wohl in der Post in Bärnau. Da stimmt das Verhalten mancher Gäste einfach nicht, und das Personal tut zu wenig dagegen. Wir haben beschlossen, nur noch in Restaurants zu gehen, in denen den Hygieneregeln konsequent Geltung verschafft wird und wo nicht zuviel Andrang herrscht. 

Die weitere Entwicklung der Pandemie hängt eben entscheidend von unserem eigenen verantwortungsbewussten Verhalten ab. Dazu gehören vor allem die gewissenhafte Einhaltung des Mindestabstandes und der korrekte Gebrauch der Alltagsmaske. Aber auch allgemeine Rücksichtnahme trägt gerade in Coronazeiten dazu bei, dass wir uns nicht beeinträchtigt oder gar bedroht fühlen müssen.

Außerdem weiß Jeder, dass eine weitere Verschlimmerung der Pandemie nicht nur unsere Gesundheit gefährdet, sondern auch wirtschaftlich viele Existenzen zerstören kann. Die Folgen sind auch jetzt schon dramatisch genug. Vor diesem Hintergrund Ist es unerträglich, dass Restaurantgäste falsche Angaben zu ihrer Identität und Erreichbarkeit machen, wie man immer wieder feststellt. Solche „Spaßvögel“ dürften auch für einen Teil der Coronatest-Panne in Bayern verantwortlich sein, wo letztlich 46 positiv Getestete unter den angegebenen Namen und Adressen nicht auffindbar sind.

Solche „Vollpfosten“ (wie man heutzutage sagt), die sich nicht unserer Solidargemeinschaft zugehörig fühlen und stattdessen meinen, den Staat, von dem sie profitieren, bekämpfen zu müssen, sollten hart bestraft werden, wenn man sie erwischt, denn ihr Verhalten ist mit fahrlässiger oder gar vorsätzlicher Körperverletzung gleichzusetzen. Ggf. sollten sie Schadenersatz und Schmerzensgeld bezahlen müssen. Das immer mehr um sich greifende krasse Fehlverständnis von Freiheit und Eigenverantwortlichkeit macht mir Sorgen. Steckt Rücksichtslosigkeit dahinter oder Dummheit oder Egoismus oder alles zusammen?

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