LiFeYPO4-Batterie kaputt?

Endlich komme ich wieder mal zum Blogschreiben. Es gibt was Neues. Ich war i. S. Lithiumbatterie bei FraRon. Im Februar waren beim Wohnmobil erstmals Probleme mit der Elektrik aufgetreten. Damals waren die Starterbatterie (Blei) und eine Scheinwerferbirne erneuert worden, wobei es nach Angaben des Monteurs „gefunkt“ hatte. Anschließend funktionierte die Ladung der LiPo-Bordbatterie durch Lichtmaschine/Booster nicht mehr, und das rechte Fahrlicht fiel erneut aus.

Wegen der Corona-Pandemie verschob sich die Nachbesserung bis Juni/Juli, als im Zuge einer Getriebereparatur angeblich auch die Batterieinstallation überprüft und der Scheinwerfer repariert werden sollte. Als ich das WoMo danach abholte, stellte ich sogleich fest, das stattdessen nun die komplette Bordstromversorgung ausgefallen war. Hinzu kam, dass beim Ausfahren aus der Halle in die pralle Sonne plötzlich ein brenzliger Geruch auftrat. Ich bemerkte aufsteigenden Rauch bei einem der Solarladeregler. Die Solaranzeige war jetzt tot.

Wodurch war nun auch noch der Solarladeregler „abgeraucht“? Hatte das mit der Starterbatterie zu tun, an der gearbeitet worden war? Sie wird durch den Votronic Solarladeregler mitgeladen. Oder hing das Vorkommnis mit der Bordbatterie zusammen, die keinen Ladestrom annahm, als die Solaranlage plötzlich volle Leistung zum Regler schickte?

Der Votronic Solarladeregler musste getauscht werden.

Fakt war jedenfalls, dass die Bordbatterie und der Solarladeregler nicht mehr arbeiteten und, wie ich später feststellen sollte, auch der „reparierte“ Scheinwerfer erneut tot war. Ob die Bordbatterie über Lichtmaschine/Booster geladen wurde, konnte ich nicht ermitteln, weil die Bordbatterie ja keinen Ladestrom mehr aufnahm.

Daheim widmete ich mich zunächst der LiFeYPO4-Bordbatterie, denn hier stand der größte Sachwert auf dem Spiel, nämlich schlimmstenfalls rund 3.000 € reine Materialkosten. Die LED am Pluspol leuchtete noch, die am Minuspol war aus, was auf Unterspannungsabschaltung hinwies. Ich hatte schlimme Befürchtungen, dass das gute Stück womöglich den Tiefentladungstod gestorben war.

Ich hatte zwar den BayWa-Werkstattleuten vor der Getriebereparatur mein Landstromkabel hingelegt und sie gebeten, es anzuschließen, falls das WoMo für den Getriebetausch längere Zeit in der Halle (ohne Solarstrom) stehen müsse, aber das hatten sie versäumt. Es konnte aber auch ein Kurzschluss ursächlich sein für den Ausfall der Batterie (interne Sicherung), ebenso für das Abrauchen des Ladereglers, den Scheinwerferdefekt und den fehlenden Ladestrom übers Trennrelais. Vermutlich war sogar beides unabhängig voneinander eingetreten: Erst beschädigte ein Masseschluss den Laderegler, dann wurde die Tiefentladung unbedacht herbeigeführt. Schließlich rauchte der beschädigte Solarladeregler ab. Ob auch der nach wie vor nicht funktionsfähige Scheinwerfer irgendwas damit zu tun hat, kann ich nicht beurteilen.

Ich wandte mich bezüglich der Batterie an FraRon, den Hersteller meines 200 Ah LiFeYPO4-Batteriesystems. Dort meinte man, es sei ungewöhnlich, dass sich die Batterie nicht mehr normal laden lasse. Man biete an, in der Werkstatt zu überprüfen, woran es liege und die Batterie ggf. zu reparieren. Inzwischen war die zweite LED (Pluspol) ebenfalls erloschen. Mir schwante Unheil, und ich machte einen Termin bei FraRon in Schöllkrippen, der erst jetzt, Ende August, realisiert werden konnte.

Wegen dieses Termines bei Herrn Englert, dem Chef des Werkstattbetriebes, bin ich seit letzten Mittwoch unterwegs. Bis dahin hatte ich allerlei ausprobiert, sodass schließlich wenigstens gewährleistet war, dass bei Landstromanschluss oder bei laufendem Motor wieder Bordstrom zur Verfügung stand. Ich suchte also einen Stellplatz in Schöllkrippen, der über Stromanschlüsse verfügt, damit ich nicht am Tag und in der Nacht vor dem Werkstattbesuch stromlos herumstand oder ständig den Motor laufen lassen müsste, was natürlich überhaupt nicht in Betracht kam.

Mit Flairfreund Jochen, der schon einen Tag vor mir gestartet war, traf ich mich in Lohr am Main. In Kolonne fuhren wir dann weiter durch den Spessart nach Schöllkrippen. Leider war der Platz auf dem Hofgut „Schabernack“ wegen Corona geschlossen. Also versuchten wir es auf dem Stellplatz am Naturerlebnisbad. Hier war Platz genug, und Strom gab es auch.

Am Donnerstagmorgen schlief Jochen noch, als ich gegen 07.50 Uhr zu FraRon aufbrach. Um 08.00 Uhr sollte ich da sein. Es ist nur ein Katzensprung vom Stellplatz zur Industriestraße 2A.

Herr Englert baute gleich zusammen mit einem Kollegen meine 200A LiFeYPO4-Batterie aus und schaffte sie ins Werkstattlabor. Dort wurde das Aluminiumgehäuse geöffnet, um die gelben Winston Batteriezellen sowie die BMS-Komponenten in Augenschein zu nehmen.

Wie er mir später erzählte, habe er alle Bauteile durchgemessen und geprüft, ohne Fehler oder Schäden festzustellen. Die Status-LEDs an den Balancern der Batteriezellen seien jedoch sämtlich auf Rot gestanden, was Tiefentladung bedeute. Behutsam habe er die vier Zellen einzeln wieder „aufpäppeln“ müssen. Das sei auch gelungen. Keine der Batteriezellen scheine Schaden genommen zu haben.

Geöffneter Batteriebehälter mit einigen Victron-Komponenten im Inneren

Nach dem Zusammenbau aller Teile wurde das System mit unterschiedlichen Ladestromstärken voll aufgeladen und anschließend zur Ermittlung der Kapazität wieder entladen mit bis zu 200 A. Die Spannung sank dabei auf 12,3 V, was in Ordnung sei. Die gemessene Gesamtkapazität lag wie vor zwei Jahren, als ich schon mal bei FraRon war, noch immer über den angegebenen 200 Ah. „Alles prima!“ freute sich Herr Englert. „Kein Defekt an der Batterie! Sie ist nach wie vor voll leistungsfähig. Sie war „nur“ tiefentladen. Eigentlich sind unsere LiFeYPO4-Systeme unkaputtbar.“

Ich solle lediglich baldmöglichst einen Zellenausgleich vornehmen, indem ich die Batterie mit dem 230V-Ladegerät auflade und zwei oder drei Tage angeschlossen lasse. Bei diesem Prozess gleichen sich die vier Zellen einander an.

FraRon Werkstatthalle in Schöllkrippen

Nun war da noch der abgerauchte Solarladeregler, den ich erneuert haben wollte. Erst wurde beim alten Gerät eine neue Sicherung eingesetzt, die aber sofort wieder durchschmolz. Es blieb keine andere Lösung, als den Regler auszutauschen. Gut, dass der Elektronikversender FraRon immer fast alles auf Lager hat, so auch meinen Votronic MPP 350 Duo Digital!

Der Solarladeregler musste ausgetauscht werden

Dann ging es ans Bezahlen. Den Regler musste ich zum FraRon-Katalogpreis erwerben. Arbeitskosten waren über den Tag (08.00 – 17.15 Uhr) knapp 135 € angefallen. Und wenn das Arbeitsergebnis passt, dann bezahlt man ja schon fast mit Begeisterung.🤩 Ich war zufrieden und bedankte mich mit einer großzügigen Spende für die Kaffeekasse.

Von Schöllkrippen fuhren wir noch am Donnerstag weiter, um ein Gasthaus mit Stellplatz für ein gemütliches Abendessen ausfindig zu machen. Leider Fehlanzeige! Alle infrage kommenden Gastronomiebetriebe hatten entweder wegen der Pandemie geschlossen oder Betriebsurlaub oder keine freien Plätze mehr. So landeten wir schließlich ein paar Kilometer weiter auf dem kostenlosen Stellplatz von Geiselbach (Lkrs. Aschaffenburg) und verpflegten uns aus dem eigenen Kühlschrank.

WoMo-Stellplatz in Geiselbach, kostenlos, mit V/E-Einrichtungen und Stromautomaten

Gerne verbinde ich schon immer das Notwendige mit dem Angenehmen. So entschlossen wir uns, am Freitag auf dem Heimweg für zwei oder drei Tage an den Main zu fahren. Wir wählten den Stellplatz an der Fähre in Mainstockheim (gegenüber von Albertshofen) als Ziel aus. Das liegt auf dem Heimweg, hat Gastronomie und bietet Flussblick. Die 100 km dorthin führten durch die herrliche Landschaft des Spessart, aber auch durch Würzburg. Nach etwa zwei Stunden traf ich in Mainstockheim ein. Jochen war schon da. Er war lieber über die Autobahn gedüst.

Weiträumiger Stellplatz in Mainstockheim, dieses Mal mit Zeltverpflegung

Bevor ich mir einen Platz suchte, wollte ich vorsorglich noch einkaufen, nachdem es sich als gar nicht so einfach erwiesen hatte, in einem Gasthaus zu reservieren. Auch der „Anker“ in Albertshofen war für Freitag und Samstag ausgebucht, wie eine telefonische Anfrage ergab.

Bei LIDL und NETTO in Dettelbach füllte ich meinen Kühlschrank wieder auf und ergänzte den Getränkevorrat. Dann warf ich noch kurz einen Blick auf den Wohnmobilstellplatz an der Fähre von Dettelbach. Auch hier alles voll! Noch mehr Betrieb als in Mainstokckheim! Dorthin fuhr ich nun zurück.

In der ersten Reihe am Ufer war keine Lücke mehr

Ich hatte Glück: Gerade war auf dem Stellplatz in Mainstockheim eine Stellfläche in der zweiten Reihe frei geworden. Gleich dahinter war ein weiterer freier Platz. Ich benachrichtigte Jochen, der sich alsbald hinter mir einfand. Man bezahlt hier 8 € all inclusive (auch Strom) pro Wohnmobil und Tag. Eine gute Gelegenheit, gleich den Zellenausgleich bei meiner LiFeYPO4 per Landstromanschluss vorzunehmen.

FlairFreunde

Jochen fuhr am Nachmittag mit dem E-Bike nach Ochsenfurt. Ich habe mein Rad leider nicht mit. Gegen Abend holten wir uns an einem Zelt mit Verkaufswagen Currywurst mit Pommes Frites und speisten am Biertisch unter dem Zeltdach. Unser Wirtshausersatz!

Gar nicht übel, die Currywurst!

Am Samstag packte ich meinen elektrischen Minigrill aus und briet uns Nürnberger Rostbratwürstchen. Sehr lecker! Semmeln dazu hatte ich auch vom Lidl mitgebracht. Dazu tranken wir Warsteiner Pils. Das tröstete uns darüber hinweg, wegen Überfüllung kein Gasthaus besuchen zu können.

Nürnberger Rostbratwürstchen vom Mini-Raclette-Grill

Am Sonntag brach Jochen am Vormittag auf nach Hause. Ihm war das Wetter zu schlecht. Mir passte die Witterung , denn der angekündigte Regen schien sich zumindest zu verzögern. Dennoch leerte sich der Platz zusehends — bis auf die erste Reihe.

Jochen beim Start Richtung Heimat

Ich beschäftigte mich damit, die Messinstrumente im WoMo neu zu kalibrieren, nachdem sie ja einige Stunden stromlos gewesen waren. Außerdem wechselte ich den Votronic Bluetooth Connector aus, der offenbar auch Schaden gelitten und nicht mehr funktioniert hatte. Er überträgt die Daten von Messinstrumenten auf‘s Smartphone.

Bluetooth Connector arbeitet wieder einwandfrei


Der Sonntag verging mit kleinen Basteleien und Reinigungsarbeiten im WoMo, mit einer Fährfahrt nach Albertshofen, mit Ruhephasen und ein wenig Fernsehen am Abend. Mein „Sonntagsbraten“ bestand aus Hähnchenbrustfilets mit Fladenbrot vom Mini-Raclette, bzw. heißen Stein.


Am Montag oder Dienstag soll‘s nach Hause gehen.

Abendstimmung

5 Gedanken zu “LiFeYPO4-Batterie kaputt?

  1. Ich nochmal,
    Sorry, habe gerade erst gesehen, dass du die Lösung mit dem Standby Lader nicht nur kennst, sondern sogar einen Bericht darüber geschrieben hast.
    Wenn ich die beiden Bilder des Batterie Computer vergleiche stelle ich trotzdem fest, dass im letzten Oktober die Starterbatterie mit 12,9V angegeben war, im neuen Bericht von Ende August aber nur mit 12,3V.
    Ähnliches hatte ich heute bei mir auch festgestellt und, da ich keine Ursache fand (gleiches Problem bei Solar- wie bei Landstrom) bei FraRon angerufen.
    Die Werkstatt gab mir den Tipp, die Sicherungen zu testen, da die Fa. Votronic wohl mitgeteilt habe, dass bei der Konfiguration LiFePO4-Bordbatterie und Blei-Starterbatterie statt 3A und 5A an den Leitungen, die von der Litiumbatterie kommen besser 10A sein müssen, obwohl der Ladestrom ja auf 3A begrenzt ist.
    Und tatsächlich : beide Sicherungen waren durchgebrannt und seit dem Austausch zeigt der Batteriecomputer für die Starterbatterie wieder 12,8V.
    Ciao
    Martin Ring

    1. Interessant! Ich werd‘s überprüfen. Allerdings dürfte der Spannungsabfall bei mir von Verbrauchern an der Startbatterie kommen, denn wenn ich den Standby Charger einschalte steigt die Spannung der Startbatterie deutlich an. Auch mal auf 13 V und mehr. Deshalb schalte ich den Standby Charger nur bei Bedarf ein. Trotzdem danke für den Hinweis!

  2. Schöner Bericht! Auch ich bin mit der Fa. FraRon sehr zufrieden, habe mir Mitte Mai einiges einbauen lassen (LiFePO4-Bordbatterie, Wechselrichter mit Schnelllademodul, Batteriecomputer) vor allem, ganz wichtig, einen Standbylader, der die Starterbatterie mit Hilfe der Bordbatterie nachlädt, wenn man länger steht (z. B. Wenn wir wie die letzten 3Winter 6-8 Wochen an einem Platz in Spanien stehen).
    Ich hatte nämlich Mitte März die nicht einmal 1 Jahr alte Starterbatterie tiefentladen und damit defekt!
    Das kann jetzt nicht mehr passieren mit dem von FraRon eingebauten Votronic Standbylader incl. der notwendigen Sicherungen, Relais etc…
    In Deinem Bild des Batteriecomputer zeigt die Starterbatterie nur 12,3V – das ist etwas dürftig, daher rate ich zu einer ähnlichen Installation. Die Kosten von ca. 100€ lohnen sich durch die erhöhte Lebensdauer der Batterie auf alle Fälle!
    Grüße vom Niederrhein
    Martin Ring

  3. Da hast du eine Erlebnisreise mit Erfolg hinter Dich gebracht. Wenn alles wieder funktioniert war es den Aufwand wert. Bei uns gibt es nicht viel zu erzählen.
    Heute wieder einige Kisten Haushaltsgeräte geholt.
    Wenn mal das Haus veräußert geht es uns wieder besser.
    Gruß Horst

    1. Hallo Christa und Horst,
      ich habe es nicht bereut, FraRon aufgesucht zu haben. Jetzt funktioniert wieder alles so, wie es soll. Der Aufwand war gar nicht so groß und so unangenehm, denn an den Main wollte ich sowieso im August mal fahren. Jetzt sind‘s halt 100 Extrakilometer bis nach Schöllkrippen geworden.
      LG und bleibt‘s g‘sund!
      Werner

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