Zweites Ostern in der Pandemie

Vor einem Jahr verfasste ich nachstehenden Beitrag mit dem Titel „Ostern mit WoMo? — Ja, aber daheim!“ Er passt leider auch heute noch großenteils, oder besser gesagt: Er passt wieder, denn über den Winter haben wir die durchaus erträgliche Situation, mit dem Virus leben zu können, wieder verspielt. Jetzt ist die Lage gefährlicher denn je.

Dennoch wollen viele Menschen das nicht wahrhaben — bis sie in irgendeiner Form die Folgen zu spüren bekommen, sei es beruflich, gesellschaftlich, familiär, gesundheitlich oder gar existenziell bis hin zum Tod durch COVID-19.

Kurze Öffnungsaktionen, die alsbald in einen neuen (zu sanften) Lockdown münden, erscheinen mir nicht zielführend. Wir können es weltweit beobachten: Nur dort, wo man bei geringstem Auftreten von Neuinfektionen sofort konsequent mit einem kurzen, aber harten Lockdown (inkl. Ausgangs- und Kontaktsperre) reagierte, ließ sich das Virus kontrollieren und herrschte bald wieder annähernd Normalität. Auch Mitterteich hier in der Oberpfalz war voriges Jahr ein erfolgreiches Beispiel für solch wirksame Maßnahmen.

In einem Wahljahr scheint sich die Politik trotz aller Empfehlungen von Fachmedizinern und Wissenschaftlern nicht zu wirksamen aber vermeintlich unpopulären Maßnahmen durchringen zu können. Nur die Kanzlerin, die keine Wahl mehr gewinnen muss, kämpft um die Durchsetzung der nötigen Kontaktbeschränkungen zur Senkung der Inzidenzwerte. Und die Mehrheit in der Bevölkerung unterstützt das, wie Umfragen zeigen. Aber Querdenker und andere intellektuell Gehandicapte schreien halt lauter.

In meinen Augen ist auch die Denkweise falsch, bei Erreichen eines besseren Inzidenzwertes könne man sofort lockern. Durch das daraus resultierende Verhalten vieler Menschen steigen die Neuinfektionen gleich wieder, und es gibt ein ewiges Auf und Ab, Auf und Zu.

Meiner Meinung nach müsste erst ein niedriger Inzidenzwert über einige Zeit konsolidiert werden, bevor Öffnungen und Lockerungen in Betracht gezogen werden könnten, begleitet von Testungen und Impfungen. Selbsttests haben allerdings zwei große Nachteile: Sie sind teils unzuverlässig, und es wird mitunter nicht ehrlich damit umgegangen, d. h. positive Testergebnisse werden verschwiegen, damit z. B. die Familie nicht in Quarantäne muß.

Schnelltests erfolgen zwar unter Aufsicht, aber Fachleute sagen, auch hier sei ein nicht unerheblicher Anteil der Ergebnisse falsch. Die Folgen, z. B. für Schulen, kann man sich ausmalen.

Nur der PCR-Test scheint verlässlich zu sein. Aber die Auswertung dauert halt. Testen liefert zwar Informationen, aber es bekämpft die Pandemie nicht. Es besteht sogar die Gefahr, dass man sich in trügerischer Sicherheit wähnt und bei den Hygieneregeln nachlässig wird. Das könnte auch bei den derzeit durchgeführten Modellversuchen herauskommen. In Tübingen hat sich die Inzidenz bereits nach wenigen Tagen versechsfacht.

Am Ende bleibt nur die Corona-Schutzimpfung als Licht am Ende des Tunnels. Nach heutigen Erkenntnissen verhindert der Impfstoff zwar auch nicht unbedingt eine Infektion, schützt aber vor schweren Krankheitsverläufen und bewahrt unser Gesundheitssystem vor Überlastung. Somit bleiben die Hygieneregeln auch für Geimpfte noch weiterhin sinnvoll. Erst wenn Herdenimmunität erreicht sein wird, dürfte ein einigermaßen normales Leben wie vor der Pandemie wieder möglich sein. Es sei denn, es gäbe zu viele Impfverweigerer oder neue Mutationen würden gegen den Impfstoff resistent sein.

Hier nun mein Beitrag von Ostern 2020, der weitgehend auch heuer noch zutrifft. Damals dachte man nicht, dass der Albtraum so lange dauern würde. Keiner rechnete mit einer zweiten und dritten Welle oder gar mit noch gefährlicheren Mutationen. Inzwischen sind mehrere meiner Freunde und Bekannten an COVID-19 schwer erkrankt und einige leider daran verstorben. Positiv ist dagegen, dass inzwischen Impfstoffe entwickelt wurden und damit geimpft wird. Ute war diese Woche, ich bin nach Ostern dran.

Ostern mit WoMo? — Ja, aber daheim! (2020)

Trotz der nie erlebten Ausnahmesituation und der Tatsache, dass wir ausgerechnet in einem Corona-Hotspot-Landkreis leben, sind wir zuversichtlich und guter Dinge. Das Wohnmobil steht zwar seit Wochen bewegungslos in der Einfahrt vor dem Haus, doch sowohl im WoMo als auch in Haus und Garten kann man zu Zeiten der Ausgangsbeschränkungen Sinnvolles tun und z. B. von irgendwann mal wieder möglichen Roadtrips träumen.

In Anbetracht immer wieder zu beobachtender Verstöße gegen die bayerische Ausgangsbeschränkung und das Abstandsgebot hoffen wir nun halt sehr, dass die Menschen über Ostern vernünftig sind, ihren Egoismus unterdrücken, daheim bleiben und dadurch Ansteckungen vermieden werden können.

Das liegt uns nicht nur als Angehörige einer Hochrisikogruppe persönlich am Herzen, sondern auch aus wirtschaftlichen Gründen damit möglichst bald wieder in Richtung Normalität gesteuert werden kann. Im Falle eines Wiederanstiegs der Infektionen und Todesfälle müsste wohl erneut die Bremse angezogen werden, was niemandem gut bekäme und zu Verhältnissen wie in den Zwanzigern des vergangenen Jahrhunderts führen könnte.

Unserer Luxus- und Spaßgesellschaft würden dann schnell schmerzhafte Grenzen aufgezeigt. Auch der zuletzt boomende Wohnmobiltourismus würde vermutlich stagnieren, allein schon aus wirtschaftlichen Gründen.

Lassen wir es nicht soweit kommen! Halten wir uns an die Regeln zur Eindämmung der Pandemie! Gehen wir auf räumlichen Abstand und pflegen wir unsere Kontakte per Telefon, eMail und Skype, oder rufen wir über den Zaun.

In Wohnung, Haus und Garten gibt es immer zu tun. Da kommt ohnehin keine Langeweile auf. Und wenn wir WoMo-Feeling vermissen, dann besuchen wir das gute Stück vor dem Haus und setzen uns genüsslich in die Polster und lesen ein Buch, trinken Kaffee oder basteln am Auto.

Gestern haben wir zur Abwechslung auf dem Balkon Kaffee getrunken. Morgen halten wir unser Mittagsschläfchen auf der Terrasse.

Lieber vorübergehend auf persönliche Kontakte und absolute Freiheit verzichten, als Leben zu gefährden und auf unabsehbare Zeit den Wohlstand unseres Landes leichtsinnig auf‘s Spiel zu setzen! Das muss doch zu schaffen sein.

In diesem Sinne wünsche ich allen Leserinnen und Lesern
angenehme, gesunde Ostertage im eigenen Domizil.
Haltet Abstand! Bleibt gesund!

Auf dass wir bald wieder mit dem Wohnmobil verreisen können! Vielleicht nach Holland …?

brown and black windmill
Photo by Aaron Burden on Pexels.com

4 Gedanken zu “Zweites Ostern in der Pandemie

  1. Hallo Werner,

    gott sei Dank sind wir mit unseren Wohnmobilen autark und können abseits jener Menschemasse stehen. Somit verspüre ich kaum Einschränkungen, denn zum Einkaufen müssen wir ja nun mal alle irgendwann.
    In dem Sinne….frohes Festle

    Jorgito

  2. Hallo Werner,
    wir möchten Euch ein frohes Osterfest wünschen. Macht das beste aus der Situation und vor allem bleibt gesund. Wir haben unsere Rückreise nach Deutschland etwas nach hinten verschoben. Das Impfmanagement ist einfach nur chaotisch und solange wir nicht ausreichend Impfstoffe haben , reiten wir von einer Welle zu anderen ! Das Thema Corona spreche ich in den sozialen Netzwerken garnicht mehr an. Der Umgang miteinander ist total aus dem Ruder gelaufen !
    Liebe Grüße
    Heidrun & Claus

    1. Hallo Claus,

      danke für eure Osterwünsche! Ihr macht das schon richtig mit dem Verschieben der Rückreise. Mir kommt eure Situation sicherer vor als die Lage in Deutschland. Ich denke aber, dass das weniger am „Impfchaos“ liegt als am Verhalten gewisser Kreise. Gut, dass ich kaum in den einschlägigen sozialen Medien präsent bin. So bekomme ich manche Auswüchse gar nicht mit. Und aus dem Alter der feierwütigen Partygänger sind wir auch schon raus. Wir leisten unseren Beitrag zur Pandemiebekämpfung durch Disziplin und Umsicht. Auch wenn kommende Woche meine Erstimpfung ebenfalls vollzogen sein wird, werden wir nicht gleich leichtsinnig werden, sondern uns solidarisch an alle Regeln halten, bis ein großer Teil der Bevölkerung geimpft sein wird. Abstand ist immer noch das beste Mittel im Kampf gegen Ansteckungsgefahr. Das schließt, wie im vergangenen Jahr, Wohnmobiltouren nicht aus. Zuvor muß ich aber erst noch die überfällige Hauptuntersuchung am WoMo durchführen lassen. Nach 24 Jahren durchaus spannend!
      Lasst es euch weiter gutgehen, bis ihr demnächst zum Impfen zurückkehrt!

      Liebe Grüße
      Werner mit Ute

  3. Ja Werner, so ist es leider! Neuseeland und China haben es vorgemacht, interessiert aber keinen. Deutschland und die EU exportieren immer noch Impfstoff und wir die Entwickler haben zu wenig. Die Mehrheit der Menschen hat die richtige Einstellung, aber nix zu sagen. Man redet davon wie gut der Lockdown letztes Jahr war, aber es passiert nix. Lockdown mit offenen Flughäfen…was ein Quatsch! Meine letzte Hoffnung ist, dass Frau Merkel auf die Landesfürsten schei… und die Notbremse zieht! Bleibt gesund und ein gesegnetes Osterfest!!

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