Sechs Monate Elektroauto — ein Genussfazit!

Am Wochenende vollendeten sich genau sechs Monate seit der Übernahme meines neuen vollelektrischen VW eGolf 300 im November 2020. Da das Wetter es gut meinte und die Temperaturen bis 26°C stiegen, starteten wir am Sonntag zu einer 160 km langen Rundtour durch die westliche Oberpfalz.

U. a. besuchten wir den „Monte Kaolino“, eine Halde aus Quarzsand im Stadtgebiet von Hirschau in der Oberpfalz, knapp zwei Kilometer südöstlich des Stadtzentrums. Sie ragt 120 m hoch aus der Umgebung heraus und besteht aus rund 35 Millionen Tonnen Quarzsand aus den benachbarten Kaolingruben.

Am Südhang errichtete die Stadt Hirschau schon in den 1950er Jahren ein Freizeitgelände mit Freibad, Sandskistrecke und Campingplatz, das im Jahre 2007 vollständig erneuert wurde.

Das 1959 gebaute alte Freibad wurde im Jahre 2007 abgerissen und durch ein neues ersetzt. Das neue, sogenannte Dünenbad umfasst eine 50 m lange Wasserrutsche, ein 70 m² großes Kinderbecken und ein Erlebnisbecken mit Sprudler und Schwalldüsen. Zudem wurde ein neues Schwimmbecken mit 25 m und Sprungbereich gebaut. Das Freibad ist beheizt. Die dazu nötige Energie kommt aus Solarabsorbern sowie einer Biogasanlage.

Bereits 1957 entdeckte man, dass sich der Sandhang zum Skifahren und zum Sandboarding eignet. Der Monte Kaolino verfügt über eine Standseilbahn, die sogenannte Monte-Kaolino-Bahn. Alljährlich finden auf der 260 m langen und rund 35 Grad steilen Abfahrtsstrecke internationale Meisterschaften im Sandski- und Sandboardfahren statt. Auch Kletterer können den Gipfel ersteigen und die Aussicht genießen. Das Steigen fällt jedoch sehr schwer, da der Sand bei jedem Schritt nachgibt.

Dem Besucher des Waldhochseilgartens stehen fünf Parcours zur Verfügung. Je nach Schwierigkeitsgrad bewegen sich die Höhen der Parcours von etwa vier Metern bis über zwölf Meter.

2008 wurde im nördlichen Bereich des Monte Kaolino eine Inlinerstrecke fertiggestellt. Diese ist je nach Jahreszeit mit Rollskiern, Inlinern, Langlaufskiern oder zu Fuß benutzbar.

Am 27. September 2008 wurde eine Alpin-Coaster-Strecke in Betrieb genommen (Sommerrodelbahn). Diese überwindet auf einer Strecke von etwa 800 m eine Höhendifferenz von 120 m bei durchschnittlich 8 bis 9 Grad (max. 24 Grad) Neigung. Die Bahn ist mit 42 schienengeführten Coasterschlitten bestückt. Betreiber des sogenannten Monte Coasters ist der SC Monte Kaolino Hirschau.

Seit 2014 besteht im unteren Bereich des Südhangs des Monte Kaolino eine aus 18 Bahnen bestehende Adventure-Golf-Anlage.

Der „GeoPark Kaolinrevier Hirschau-Schnaittenbach“ zeichnet sich als Geopark dadurch aus, dass hier noch ein ständiger Wandel in der Industrielandschaft im Gange ist und dieser Prozess an den 12 Stationen des Parks gut nachvollzogen werden kann. Mit dem Geopark werden Akzente gesetzt, die auch nach der Beendigung der Bergbautätigkeit die Bedeutung der Rohstoffnutzung für den Raum erkennen lassen.

Der ebenfalls bereits in den 1950er Jahren angelegte Campingplatz wurde im Jahr 2007 deutlich vergrößert. Auch Dauercamping ist möglich. Coronabedingt sind bayerische Camping- und WoMo-Stellplätze voraussichtlich noch bis 21. Mai geschlossen.

Der Farbenwald ist der meditative Bereich der Freizeitanlage am Monte Kaolino. In einem Birkenwäldchen auf dem Plateau einer ehemaligen Abraumhalde wurde ein Rundweg angelegt, zu dem man über eine Treppe vom Freizeitbereich gelangt. Entlang des Rundweges wurden zehn große Farbstelen aufgestellt, die mit farbigem Coloritquarz – einem Nebenprodukt des Kaolinabbaus – beschichtet sind. Der Farbenwald wurde von der Künstlerin Evi Steiner-Böhm gestaltet.

Erlebnis- und Abenteuerspielplatz: Vor dem Eingang zur Gastronomie befindet sich ein Kinderthemenspielplatz zum Thema Kaolin.

Es gibt also viel zu unternehmen und zu erleben. Auch eine Gastronomie mit schöner Sonnenterrasse ist vorhanden. Bei unserem Besuch war alles leider noch coronabedingt geschlossen.

Außengastronomie wird aber bald wieder öffnen. Vorbereitungen waren schon am Laufen. Einstweilen steht eine Imbissbude am Rande des Parkplatzes, der allerdings noch weitgehend leer war. Lediglich zwei Wohnmobile hatten sich eingefunden.

Wir besuchten u. a. noch die Städte Freihung, Vilseck, Eschenbach und Auerbach. Gern hätten wir irgendwo einen leckeren Eisbecher genossen, aber die „endlos“ langen Warteschlangen vor den Verkaufsfenstern der italienischen Eisdielen schreckten uns ab.

Als wir wieder daheim eintrafen, hatten wir auf unserem Trip genau 160 km zurückgelegt bei einem Durchschnittsverbrauch von 13,6 kWh/100 km. Durchaus akzeptabel, wenn man bedenkt, dass der eGolf nicht originalbereift, sondern mit Ganzjahresbereifung (Goodyear Vector 3) unterwegs ist, die einen höheren Verbrauch verursachen soll. Zudem gibt VW gut 15 kWh/100 km an.

Über einen Ladezyklus, also seit dem letzten Aufladen, konnten wir insgesamt 255 km zurücklegen. Dabei schwankte der tägliche Durchschnittsverbrauch zwischen 11,3 und 14,9 kWh/100 km.

Die Fahrleistungen sind für uns mehr als ausreichend (Höchstgeschwindigkeit 155 km/h, Beschleunigung 9,6 Sek. von 0 auf 100 km/h) und sehr ausgewogen (direkt, aber sanft ansprechend). Die Fahrassistenten arbeiten tadellos.

Der Fahrkomfort ist überdurchschnittlich. Dazu trägt auch das gute Raumangebot bei, das auch Fondpassagieren ausreichend Beinfreiheit beschert. Die Straßenlage profitiert von einem Fahrzeuggewicht von 1,6 t, das sich vor allem im Boden verteilt und somit einen tiefen Schwerpunkt ergibt.

Hervorragend arbeitet die Klimatisierung (Heizung und Kühlung). Nach wenigen Minuten ist es im Auto auch bei Minusgraden mollig warm. Die Kühlung funktioniert ähnlich gut. Scheibenabkratzen im Winter gehört der Vergangenheit an, weil man das Heizen und Abtauen per App vorprogrammieren kann.

Nach einem halben Jahr mit dem eGolf gibt es (fast) nichts zu meckern. Ute würde sich zwar eine elektrische (automatisch schließende) Heckklappe wünschen, weil sie wegen ihrer geringen Körpergröße schwer an die geöffnete Klappe kommt, aber das ist Klagen auf hohem Niveau. Vielleicht kann man den Elektroantrieb sogar nachrüsten. Ich habe eine diesbezügliche Anfrage an den VW-Partner gerichtet.

Sonst passt alles. Vor allem Materialwahl und Fertigungsqualität sind beeindruckend. Ich konnte noch keine unsauber verarbeitete Stelle entdecken. Die Ausstattung ist komplett (siehe hier: https://werner-hayn.de/2021/02/08/mein-egolf-nach-1500-kilometern-und-ein-jahr-nach-bestellung/).

Als Alltagsauto mit Ladestation daheim einfach perfekt, der eGolf! Für gelegentliche Fernreisen müsste man die Ladestopps planen, z. B. mit der App ABRP. Wir nehmen dann halt das WoMo oder den Volvo. Allerdings entstehen beim Diesel (WoMo) oder Benziner (Volvo) höhere Treibstoffkosten. Mit dem eGolf kosten 100 km weniger als 5 € für Strom (bei durchschnittlich 15 kWh und einem kW-Preis von 30 Cent. Bei meinen Verbrennern summiert sich der Treibstoff für die gleiche Strecke auf mindestens das Dreifache, zumal sie nicht gerade Spritsparer sind: Volvo €70 10 l Super, N+B FlairLIFE 12-14 l Diesel. Selbst bei einem Diesel mit nur 5 l Verbrauch bliebe ein deutlicher Preisvorteil für das eAuto.

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