Roadtrip Deutsche Küsten, Tage 24 bis 26/28: Von der Mosel an den Rhein bei Oberwesel

Oberwesel, Do, Fr, Sa 30.09. – 02.10.2021. Bevor ich am Donnerstag in Igel starte, rufe ich beim Camping Loreleyblick in St. Goar an, ob Plätze am Rheinufer frei sind. Am Rhein kann man nämlich besonders schön Schiffegucken, aber nur bei guter Sicht in der ersten Reihe. Es sei genügend frei, sagt man mir. Also mache ich mich schleunigst auf den Weg.

Um Zeit zu sparen, fahre ich nicht die attraktive Route an der Mosel entlang, sondern gebe den schnellsten und kürzesten Weg nach Sankt Goar ins Navigationssystem ein, sozusagen querfeldein durch den Hunsrück. Am Ende geht es steil bergab in den Rheingraben und über enge Sträßchen durch St. Goar ans Rheinufer.

Doch die Enttäuschung ist groß: Es sind bereits wieder alle Uferplätze belegt. Das habe ich um diese Jahreszeit noch nicht erlebt. Als Alternative fällt mir nun der Campingplatz Schönburgblick in Oberwesel ein. Die Zufahrt ist etwas verwinkelt und der Platz ziemlich eng, aber es sind noch Stellflächen direkt am Wasser frei.

Campingbereich

Es stehen zwei Platzbereiche zur Wahl: Ein Wohnmobilstellplatz und ein kleinerer Campingplatzteil. Auf dem WoMo-Stellplatz stehen die Fahrzeuge recht eng nebeneinander. Im Campingbereich sind die Parzellen etwas geräumiger, aber auch enger als anderswo. in beiden Bereichen sind noch jeweils zwei Plätze frei.

WoMo-Stellplatz, Biergarten im Vordergrund

Auf dem WoMo-Stellplatz geht es wie gesagt recht eng zu. Außerdem ist die Lage der beiden freien Stellflächen sehr ungünstig. Eine liegt hinter einem großen Schild für die §chiffahrt das den freien Blick auf den Rhein versperrt. Die andere liegt voll im Schatten unter einem ausladenden Baum. Schlecht für den Solarstromertrag!

Deshalb gehe ich auf den geringfügig teureren Campingplatz, auf dem nur sechs oder sieben Fahrzeuge stehen können. Hier fällt zusätzlich eine Personengebühr von 3,50 € an. Dafür darf man die Sanitäreinrichtungen nutzen, was bei mir allerdings nicht zutrifft. Strom schließe ich nicht an, weil die Sonne häufig scheint. Längs zum Fluss passt mein WoMo auch hier nicht hin. Ich stelle es also mit der Front Richtung Rhein. Das Fahrerhaus ist so wie eine Aussichtskanzel, um den Fluss hinauf und hinunter zu blicken. Ideal zum Schiffegucken!

Meine Platznachbarn sind typisch deutsche Camper, aber mit Wohnmobil. Gleich bei meiner Ankunft macht man mich darauf aufmerksam, wo meine Parzelle endet und deren Territorium beginnt, obwohl ich nicht die Absicht habe, die Parzellengrenzen zu verletzen.. Das Ehepaar, das nach eigenen Angaben seit zwei Wochen hier steht, läuft umgekehrt ständig über meinen Platz, weil es das Wohnmobil längs zum Fluss abgestellt hat, sodass es vorn und hinten bis an die „Gebietsgrenzen“ reicht. Mir ist es egal, dass die Leute meinen, Privilegien zu haben und Andere belehren zu müssen.

Der Platzbetreiber hat einen blauen Mercedes-Oldtimer als Imbisswagen aufgestellt. Hier kann man sich ab nachmittags 15.00 Uhr gut mit allerlei Gegrilltem, Eis und diversen Getränken versorgen und/oder vom Biergarten aus den Schiffsverkehr auf dem Rhein verfolgen.

Speisen auch zum Mitnehmen
Speist man im WoMo, hat man halt auch Küchendienst

Spaßhalber bin ich mal zum Camping Loreleyblick geradelt, doch nach wie vor sind nur Plätze in zweiter und dritter Reihe verfügbar! Hier auf dem Campingplatz Schönburgblick will ich nun meinen vierwöchigen Roadtrip gemütlich ausklingen lassen. Oberwesel ist ein hübsches, malerisches Städtchen, über dem die Schönburg mit Burghotel thront.

Den Heimweg am Sonntag möchte ich dann noch in Schlüsselfeld beim WoMo-Premium-Hersteller Concorde unterbrechen. Dort gibt es einen gepflegten, gebührenfreien Stellplatz für WoMos aller Marken.

Bis dahin fröne ich u. a. dem Schiffegucken:

Blick rheinaufwärts
Blick rheinabwärts

2 Gedanken zu “Roadtrip Deutsche Küsten, Tage 24 bis 26/28: Von der Mosel an den Rhein bei Oberwesel

  1. Hallo🤗 Vielen Dank für die schönen Bilder. Und auch für den tollen Stellplatz-Tipp. Diese typischen deutschen Camper finden sich meines Erachtens auch unter vielen typisch deutschen WohnmobilIsten. Nach Ankunft auf dem Stellplatz wird als erstes die Markise auf maximale Länge ausgefahren, und dann werden noch zusätzlich 2-3 m Spanngurte zur Markierung des Claims angebracht. Wir finden das auch absolut widerlich.

    1. Danke für den Kommentar, Herr Dr. Donner!
      Da haben Sie sehr Recht. Überhaupt scheint mir rücksichtsvolles Verhalten ganz allgemein immer seltener zu werden in dieser egoistischen Gesellschaft. Gefälschte Impfpässe sind so ein gravierendes Beispiel für völlig falsches Verständnis von Solidargemeinschaft.
      Den Begriff Camper habe ich verwendet, weil es früher ein Merkmal mancher Wohnwagentouristen und Dauercamper war, sich sichtbar abzugrenzen und das eigene Revier möglichst großräumig zu markieren, z. B. mit Gartenzwergen oder Sperrbändern. Heute sind viele dieser Leute auf Wohnmobile umgestiegen.
      Ungehörig finde ich es auch, wenn man sich bei unmarkierten Stellflächen so aufstellt, dass mehr Platz belegt als benötigt wird und so Hinzukommende keinen Platz mehr finden. Sitzmöbel und Fahrräder sind dabei beliebte Sperrmittel, manchmal sogar auf markierten Standplätzen. Oder man stellt sich so hin, dass statt drei nur zwei WoMos Platz haben.
      Durch den coronabedingten Boom ist all das nicht besser geworden.
      Gruß
      Werner H. Hayn

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