Winterreise Tag 5 + 6: Morgensonne am Kofel und Gedanken zum Campingkomfort

Schon beim Aufwachen grüßte der Hausberg von O’gau, der Kofel, durchs Dachfenster. Die Morgensonne beleuchtete ihn unter strahlend blauem Himmel. Der 2. Weihnachtsfeiertag begann erfreulicher als der gestrige erste, an dem es durchgängig Sauwetter hatte. Deshalb gab es einen Ruhetag zum Ausdemfensterschauen und für Besinnlichkeiten.

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Morgendlicher Blick aus dem WoMo-Fenster (siehe auch Titelfoto)

Mit Interesse und Verwunderung verfolge ich auf Campingplätzen mitunter die Verhaltensweisen der Caravan- und WoMo-Eigner. Warum machen es sich manche Zeitgenossen nur so unnötig schwer? Aus Gewohnheit, Geiz, Unwissenheit?

Mehrmals täglich schlurfte da ein älterer Herr, der offensichtlich nicht mehr gut zu Fuß war, über den halben Platz, eine Gießkanne in der einen, eine Kaffeekanne in der anderen Hand. Etwas später kehrte er stets erkennbar erschöpft mit gefüllten Behältnissen zu seinem Oberklasse-WoMo zurück. Einmal balancierte er sogar bei Glatteis über die Strecke zum Sanitärtrakt. Den Inhalt der Gießkanne füllte er immer umständlich über den Einfüllstutzen in den Frischwassertank, die Kaffeekanne nahm er mit ins WoMo. Was er damit machte, kann man erraten, aber warum nur die ganze mühevolle Prozedur? Und das mehrmals täglich? Schließlich besitzt sein 200.000-EURO WoMo eine Wassertankkapazität, die locker zwei Wochen ausreichen würde. Die V/E-Station war zudem bequem anfahrbar. Auch desinfizieren und konservieren des Wassers ist heutzutage kein Problem. Oder doch?

Mich beschleicht ein Verdacht: Der Mann muss womöglich „sparen“. 😥An der V/E-Station kostet nämlich Frischwasser etwa 50 Cent pro 100 Liter, während man es im Sanitärgebäude mit der Gießkanne kostenlos abholen kann. Die Haltbarmachung von Trinkwasser ist auch nicht ganz umsonst. Also nichts für Geizkrägen! Da macht man’s wahrscheinlich lieber umständlich und spart ein paar Cent.

Kürzlich las ich in einer Fachzeitschrift einen Leserbrief, in dem der Verfasser sinngemäß erklärte, wenn er das bordeigene WC benutzen müsste, würde er das Reisen mit dem WoMo aufgeben. Tatsächlich beobachte ich auch selbst unterwegs Leute, die mitten in der Nacht bei Kälte, Nässe und Wind aus ihrem rollenden Luxusappartement stürzen und eilig den Toiletten zustreben. Das eigene Klo scheint also bei manchen WoMo-Fahrern wirklich tabu zu sein, warum auch immer. Dabei ist die Handhabung einfach und die Geruchsbelästigung dank SOG vermutlich geringer als daheim. Ich würde, im Gegensatz zum Leserbriefschreiber, das wohnmobile Reisen aufgeben, wenn ich keine bordeigene Toilette hätte.

Vorhin beobachtete ich einen Wohnmobilisten, der 12 oder 15 mal nacheinander mit einem offensichtlich schweren Kunststoffeimer über’s Gelände ging, um den Inhalt in den Ausguss am Samitärgebäude zu schütten. Er entleerte eimerweise seinen Abwassertank, was recht lange dauerte und erkennbar mühsam und unappetitlich war. Soweit so gut! Der wird halt sein WoMo nicht bewegen wollen, dachte ich mir. Aber jetzt kommt’s: Eine Stunde später reisten die Leute ab und fuhren an der Entsorgungsstelle vorbei, wo sie statt der zeitraubenden Schlepperei nur den Ablasshahn hätten öffnen müssen. Ist die Macht der Gewohnheit schuld (Motto: Wir entsorgen immer schon mit dem Eimer.)? Oder ist es Beschäftigungstherapie, die Spaß macht?

Jeder nach seiner Façon, doch mir erschließt sich das Vergnügen nicht, Wasser literweise zu holen und zu entsorgen, das eigene Bord-WC nicht zu benützen und deshalb, sowie auch wegen des Abspülens usw., ständig zum Sanitärhaus rennen zu müssen. Das käme für uns nicht infrage. Wir brauchen und nutzen die eigenen Einrichtungen im WoMo. Soviel Komfort muss sein! Gäbe es diese eigene Infrastruktur nicht, hätte ich kein WoMo und würde lieber Hotelreisen machen. Für uns macht’s die Mischung aus Campingatmosphäre und mobilem Wohnkomfort. Nur so macht uns „Camping“ Spaß. Auf schönen legalen Freistehplätzen natürlich erst recht!

2 Gedanken zu “Winterreise Tag 5 + 6: Morgensonne am Kofel und Gedanken zum Campingkomfort

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