E-Bike-Akkus unterwegs laden, …

… aber wie, wenn sich kein 230V-Anschluss in Reichweite befindet? Nachfolgend stelle ich dar, wie wir das handhaben. 

Im Wesentlichen gibt es ohne verfügbaren Netzstrom zwei Alternativen: Die Lithium-Akkus der eBikes entweder

  • mit den Originalladegeräten über Wechselrichter oder
  • mit einem speziellen 12V-Lader direkt am Bordnetz aufladen.

Wie ich so mitbekomme, lösen die meisten Betroffenen das Nachladeproblem, indem sie halt stets einen Stellplatz mit Stromversorgung anfahren. Liegt aber z. B. der Startpunkt für eine Radtour an einem Parkplatz ohne Infrastruktur oder irgendwo im Grünen, wo man sich als Freisteher wohlfühlt, oder verfügt der gewählte Stellplatz schlichtweg nicht über Stromanschlüsse, dann kann das Nachladen der Akkus schon zum Problem werden.

Manche Wohnmobilisten ersetzen nicht vorhandenen Landstrom durch einen Wechselrichter, wobei zu bedenken ist, dass jeder WR einen nicht unerheblichen Eigenverbrauch hat. Grundsätzlich ist es günstiger für die Energiebilanz im WoMo, wenn nicht zweimal transformiert wird (von 12V auf 230V und von 230V auf 26 oder 36V), sondern nur einmal von 12V auf 26 oder 36V. Auch andere Geräte wie den Fernseher sollte man deshalb nach Möglichkeit mit 12V-Volt betreiben, um kostbaren Batteriestrom zu sparen, es sei denn, man stöpselt sich sowieso stets am Landstrom an.

Für jene Mobilisten und eBike-Fahrer wie uns, die auch fernab von Stromsäulen möglichst ohne Wechselrichter auskommen wollen und dennoch ihre Lithium-Akkus nachladen möchten, bleibt nur das Laden über ein geeignetes 12V-Ladegerät. Für das Bosch-Antriebssystem bietet der Hersteller ein entsprechendes Ladegerät an, bei anderen Fabrikaten herrscht eher Fehlanzeige. So auch für mein Biketec Flyer mit 26 V Panasonic System und Utes 36V Kalkhoff Impulse!

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Update 2018: Der 12V-Lader von BOSCH wird nicht mehr produziert!

Nachdem auch wir jahrelang per Wechselrichter unsere Akkus mit den sperrigen Originalladegeräten geladen und so gut 10% mehr Energie als nötig verbraucht hatten, entdeckte ich zufällig ein geniales Gerät, das jeden beliebigen eBike-Akku direkt aus dem 12V-Bordnetz lädt: PowerButler. Seit einigen Jahren leistet der Speziallader inzwischen bei uns beste Dienste, wenn unterwegs die Akkus der eBikes zu laden sind. Hier ein Werbevideo:

Vorteile des PowerButler:

  • kompakt und leicht, viel kleiner als die Original-Netzladegeräte,
  • erwärmt sich kaum,
  • für zwei (auch unterschiedliche) Akkus gleichzeitig (elektronisch geregelt),
  • vollautomatisch,
  • während der Fahrt nutzbar,
  • Ausgangsleistung: bis zu 2,5 A je nach Ladebedarf,
  • 12V-Input: bis zu 8 A je nach Output,
  • Made in Germany (Wilhelmshaven)

Obwohl unsere beiden Akkus gleichzeitig am PowerButler angeschlossen werden könnten, verwenden wir in der Praxis lieber zwei getrennte PowerButler, damit sich die Ausgangsleistung nicht aufteilen muss, was die Ladedauer etwa verdoppeln würde. Somit stehen 2 x 2,5 A Ladeleistung zur Verfügung. Erfahrungsgemäß sind bei uns am Tag meist 5 Ah pro Akku nachzuladen. Das dauert etwa 2 Stunden. In dieser Zeit werden der Versorgungsbatterie im WoMo höchstens 2 x 16 Ah entnommen. Diese 32 Ah werden durch Solarstrom problemlos ausgeglichen. Bei Wechselrichterbetrieb wären es ca. 35 – 40 Ah, was auch noch verkraftbar wäre. Ein WR kann zudem auch für andere Zwecke genutzt werden.

Beispiel: Heute haben wir einen überwiegend bedeckten Himmel. Dennoch lag der Solarertrag bereits vor 10.00 Uhr bei 10 – 12 Ah. Kommt die Sonne heraus, ist mit dem doppelten Ertrag zu rechnen. In wenigen Stunden wäre somit die Stromentnahme für die eBike-Akkus wieder ausgeglichen. Das hat auch schon mit der AGM-Batterie geklappt, obwohl da ja nur insgesamt 80 – 100 Ah nutzbar waren, während aktuell mit LiFeYPO4 notfalls 190 – 200 Ah zur Verfügung stehen. Damit könnte man ggf. mehrere eBike-Akku-Ladungen auch ohne Nachladen der Versorgungsbatterie schaffen.

Nun eine weniger gute Nachricht! Sie steht auf der Homepage von PowerButler.de: „ Leider ist der Firmeninhaber Georg Tief verstorben, daher musste der Geschäftsbetrieb eingestellt werden …“ Interessenten können das intelligente Ladegerät somit derzeit leider nicht mehr erwerben.

Das stimmt inzwischen so nicht mehr. Siehe hierzu die aktuellen Informationen ganz am Ende dieses Beitrages!

Hier noch ein Video vom Entwickler des PowerButler, Georg Tief, aus dem Jahre 2016:

Der PowerButler mag nicht zwingend erforderlich sein, um Elektrofahrrad zu fahren und den Akku unterwegs nachzuladen, aber praktisch ist er schon, weil er Platz, Energie und Zeit spart. Wir werden unsere PowerButler-Geräte nutzen, solange sie funktionieren.

FAZIT

Ob Wechselrichterbetrieb oder 12V-Ladegerät, Voraussetzung für das erfolgreiche und stressfreie Nachladen von eBike-Akkus unterwegs ohne Netzstrom ist eine leistungsfähige Bordstromversorgung im Wohnmobil, also mindestens 200 Ah Blei oder 100 Ah Lithium, und vor allem eine ausreichende Ladequelle dafür, d. h. Ladebooster (lädt nur bei laufendem Motor) und/oder Solaranlage (lädt immer bei ausreichender Helligkeit), denn wenn ich erst zum Laden der Bordbatterie an die Steckdose muss, kann ich auch gleich den eBike-Akku dort laden.

Angesichts des nicht unerheblichen technischen und finanziellen Aufwandes für die Unabhängigkeit vom Landstrom werden wohl die meisten wohnmobilen Elektroradler vernünftigerweise lieber wie gewohnt die Steckdose auf Camping- oder Stellplatz zum Akkuladen nutzen. Die Alternativen ohne Netzstrom sind wahrscheinlich eher etwas für technikverliebte Autarkie-Fans wie ich einer bin. 😍


NACHTRAG:

Vielleicht wäre dieses Gerät eine Alternative zum PowerButler?!IMG_4234

mVELO von Sunload

Nach Auskunft von Sunload ist das Gerät allerdings erst im Frühjahr 2018 wieder lieferbar.

UPDATE 18. März 2018: Sowohl die 26V- als auch die 37V-Variante sind innerhalb von zwei Tagen lieferbar (Link unter Foto anklicken!).

UPDATE 19. März 2018: Berichtigung durch aktuelle Mitteilung der Fa. Sunload: „… das mVELO ist nach wie vor nicht lieferbar. Es wird sicher auch nichts vor dem Sommer. …“

UPDATE Mai 2018: Lieferbar ab 1.August 2018


UPDATE 21. März 2018: PowerButler scheint wieder produzieren zu wollen:

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Update Juni 2018: Der neue PowerButler wird noch heuer in Varianten für die gängigen eBike-Akkus auf den Markt kommen. Ich werde in Werners WoMoBlog berichten.

 

18 Gedanken zu “E-Bike-Akkus unterwegs laden, …

  1. Hallo Werner,
    Ich muss mich korrigieren, weil ich noch einmal genau im Womo nachgesehen habe:
    Es sind 2 Wohnraumbatterien LPL12-100 verbaut, also Blei AGM 12V 100Ah und nicht Lithium!

    Deiner Empfehlung konnte ich noch nicht folgen, da der E-Bike-Akku gerade voll ist.

    Noch einmal vielen Dank für die vielen guten Tipps. Ich bleibe dran.
    Norbert

  2. Hallo Werner.
    Ich habe aus Deinen Chat gelesen,das Du einen Powerbutter abzugeben hast.
    Ich wäre sehr interessiert.Für eine Antwort wäre ich sehr dankbar.
    Gruß Thomas M.

    1. Hallo Thomas,
      es ist noch nicht ganz soweit. Zur Erklärung:
      Ich hatte vor rund vier Jahren zwei PowerButler gekauft, um die Akkus eines Flyer (26 V) und eines Kalkhoff Impulse (36 V) laden zu können. Leider funktionierte der „alte“ PowerButler aber nur bei 36V. Ich habe ein Gerät zur Umprogrammierung auf
      26V an den neuen PowerButler-Hersteller eingeschickt. Wie ich höre, ist eine Änderung der Ladespannung aber nicht möglich, weil entsprechende technische Unterlagen fehlen. Nun erwarte ich einen Prototypen der PowerButler-Neuauflage für 26V Panasonic Akkus. Auch mein eingesandtes 36V-Gerät bekomme ich dann zurück. Erst danach kann ich es evtl. abgeben. Ich möchte zuvor nochmal alles durchtesten. Solltest du weiterhin Interesse haben, lasse es mich bitte wissen. Alternativ könntest du aber auch den neuen PowerButler erwerben, sobald er demnächst auf den Markt kommt. Es soll ihn sowohl für 26V- als auch für 36V-Akkus geben. Den Preis kenne ich allerdings noch nicht.
      Beste Grüße
      Werner

  3. Hallo, ich habe einen PowerButler mit Erfolg genutzt bis er defekt war. Keine Reparatur möglich (wegen Todesfall), keine Neulieferung. Bosch produziert den TravelCharger auch nicht mehr.
    Also habe ich wohl oder übel einen Wechselrichter installiert.
    Beim Laden des EBike-Akkus bricht jedoch die Stromversorgung des Womos nach wenigen Sekunden zusammen, obwohl 12,5V angezeigt werden nach der Trennung des Ladegeräte.
    Umgebung:Das Laden erfolgt im Ruhemodus, EBike-Akku ist Bosch PerformanceLine 400, Wechselrichter Dometic 360W, Bosch Ladegerät Standard 4A, 2 Akkus 100Ah Lithium im Womo, Solarpaneel 100.
    Es gibt von Bosch 2A-Ladegeräte (gab?), würde das helfen?

    1. Hallo Norbert,
      heute habe ich von PowerButler.de die Nachricht erhalten, dass sich zwar das Relaunch etwas verzögert, aber die Wiederauflage des Gerätes bevorsteht. In den nächsten Tagen erwarte ich ein Vorseriengerät für meinen 26V Akku von Panasonic. An deiner Stelle würde ich jetzt noch etwas warten. Vielleicht kann dein alter PowerButler sogar instandgesetzt werden. Evtl. könnte ich dir auch eine meiner 36V-Versionen von 2014 zum halben Preis überlassen.
      Hast du einen Batteriecomputer installiert, damit du weißt, welchen Ladezustand deine Lithium-Batterien haben? Die Spannung allein ist bei LiFe(Y)PO4-Batterien nicht besonders aussagekräftig. Ansonsten sind vielerlei Ursachen für den 12V-Netzzusammenbruch denkbar. Schau erst mal, ob genügend Batteriepower da ist (Ladezustand?), zumal ein 100Wp Solarmodul recht wenig ist, sofern du nicht noch anderweitig nachlädst.
      Probiere auch mal aus, ob die Bordstromversorgung stabiler ist, wenn Landstrom angesteckt ist!
      Gruß
      Werner

      1. Vielen Dank für die schnelle Antwort.
        Die Infos zu Powerbutler. De sind schon sehr hilfreich.
        Eine Reparatur werde ich versuchen. Bin aber trotzdem auch an deinem 36V-Gerät interessiert.
        Was ist ein Batteriecomputer? (Typ, Produkt)
        Den Ladezustand der Bordbatterie kann ich bisher nur über die Spannungsanzeige am Strompaneel ablesen.
        Gestern getestet: bei laufendem Motor scheint das Laden des EBike-Akkus über den Wechselrichter zu funktionieren.
        Ich bleib dran.
        Vielen Dank
        Norbert

      2. Ein Batteriecomputer oder Batteriemonitor ist so etwas wie eine Tankuhr für die Batterie. Über die Spannungsanzeige kannst du den Ladezustand deiner Lithium-Batterien nicht genau ermitteln, weil die Spannungskurve viel flacher verläuft als bei Bleibatterien (AGM, Gel, Säure). Mit einem Batteriemonitor, der genau misst, wieviel einer Batterie entnommen und wieviel wieder nachgeladen wird, weißt du stets, wie voll deine Batterien sind und wie lange das bei gleichbleibender Belastung ohne Nachladung noch reichen würde. Neben der Batteriespannung werden folgende Daten angezeigt: Stromfluss (Ladestrom oder Stromentnahme in A), Ladezustand in % der Gesamtkapazität (z. B. 200 Ah), verfügbare Restkapazität in Ah, Restlaufzeit. Wenn du den Ladezustand kennst, kannst du dein Verbrauchs- oder Ladeverhalten darauf einstellen und stehst nicht plötzlich und unerwartet im Dunkeln. In deinem Fall könntest du genau ablesen, wie viele Ampère dein Wechselrichter beim Laden des eBike-Akkus zieht und ob die Batteriekapazität noch ausreicht.

        Ich vermute bei dir nämlich Folgendes: Da bei laufendem Motor alles funktioniert, dürfte die aktuelle Restkapazität der Batterien so gering sein, dass die Bordspannung ohne Unterstützung durch die Lichtmaschine zu sehr abfällt. Zum Schutz der Lithium-Batterien, für die eine Tiefentladung tödlich wäre, schaltet das Batteriemanagement die Verbraucher ab. Dein Bordnetz „bricht zusammen“.

        Empfehlung: Ein oder zwei Tage am Landstrom volladen (Spannungsanzeige bis ca. 14,4 V). Nach Ende des Ladeprozesses wird je nach Batteriefabrikat eine Ruhespannung zwischen 12,8 und 13,2 Volt angezeigt. Nun den Pedelec-Akku über den Wechselrichter laden. Funktioniert es jetzt, dürfte alles in Ordnung sein. Genaueres über deine Bordstromversorgung weißt du aber dennoch nicht. Nur über einen Batteriemonitor erfährst du, ob ausreichend nachgeladen wird, bzw. ob noch genügend Kapazität verfügbar ist.

        Wenn du nicht ständig auf Landstrom angewiesen sein willst und auch nicht so viel fährst, dass davon die Batterien ausreichend nachgeladen werden, solltest du vielleicht außerdem über eine deutliche Erweiterung der Solaranlage nachdenken.

        Hier ein Link zu einem Hersteller für Batteriecomputer und mehr: https://www.votronic.de/index.php/de/produkte/mess-anzeigegeraete/lcd-batterie-computer
        Selbstverständlich gibt es auch andere gute Produkte. Wichtig ist die ausdrückliche Eignung für LiFe(Y)PO4.

        Lass‘ dich beraten! Vielleicht bei AMUMOT.de!

        Schönen Abend
        Werner

  4. Hallo, ich wollte mich nur für diesen hilfreichen Bericht bedanken. Hat mir sehr geholfen.
    Mit freundlichen Grüßen
    Michael Kiefer

  5. Hallo bin seit Jahren sehr zufrieden mit dem Gerät nutze es im Wohnmobil!!! Habe zur Zeit leider Störungen🤔 Es schaltet wertend des Ladevorgangs immer wieder aus. Ich hoffe es läst sich klären

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